Ich war neugierig, ob Rapid in den Play-off-Spielen um die Conferenc-League-Qualifikation gegen den Sieger der Abstiegsrunde, den Aufsteiger Ried, jene tolle Form ausspielt, die der dänische Doch-Nicht-Wunderwuzzi-Trainer Hoff-Thorup großspurig schon vor drei Monaten angekündigt hatte. Ich wurde leider wieder enttäuscht, denn der Rekordmeister kassierte dort, wo der Rekordmeister im ersten Pflichtspiel unter dem Dänen im Pokal eine 0:3-Pleite erlebt hatte, wieder eine Niederlage, die die Hütteldorfer im Rückspiel unter Erfolgszwang und Siegesdruck setzt. Wie man sieht, klafft zwischen Schein und Sein, Ankündigung und Ergebnis, richtiger Termin und falscher Zeit, meist eine große Lücke.
Es muss nicht immer Fußball, es kann ja auch Tennis sein, in dessen Verband der Pressechef als His (neuem) Masters Voice fast euphorisch ankündigt, dass just in der Qualifikationswoche und dem ersten Spieltag der French Open in Roland Garros die ÖTV- Tennis-Bundesliga in einem Viel-Klassenkampf ihre erste Runde bestreitet. Wenn bekannt war, dass es zu einer Terminkollision mit einem Grand Slam samt Drum und Dran kommt, wozu haben dann die meisten Erstligaklubs heimische Spitzenspieler oder aktuell noch mehr oder weniger erfolgreiche „Fremdenlegionäre“ eingekauft, wenn sie fern unserer Heimat sind? Wäre es nicht sportlich und wirtschaftlich weit vernüftiger, die Bundesliga zu einer österreichischen Talenteschau zu machen statt zweit- bis drittklassige, oft schon ausrangierte, überalterte Ausländer wie den ehemaligen polnischen Marach-Doppelpartner Lukazs Kubot zu engagieren, der sich natürlich übers Körberlgeld freut? Die uralte Bosman-Jeierei ist kein Hindernis, lieber die Jungen untereinander konkurrieren zu lassen statt Überwuzeltes anzupreisen, das am Ende des Tages dann oft nicht da ist…
Aber lassen wir das, bleiben aber beim Tennis, diesmal allerdings nur insofern mit Österreich verknüpft, weil es sich um den bulligen Sponsor aus Fuschl handelt. Während RedBull abseits vom Motor- und Abenteuer-Sport da und dort nicht nur im Wintersport nach nationalen wie iternationalen Größen fischt, ich sage nur Matteo Berretini aus Rom, zeigt der Bulle aus Salzburg manch heimischem Olympiasportler: Innen die kalte Schulter. Und mit noch etwas größerer Verwunderung hab´ ich beim gestrigen TV-Lokalaugenschein om WTA 500er aus Straßburg vermerkt, dass die US-Amerikanerin Emma Navarro auf ihrem Trikot das Logo der Bullen-Energy trägt, die ja angeblich Flügel verleiht.
Warum es mich, obwohl es mich nichts angeht, was der Millardenkonzern mit seinem Geld macht, das sei betont, aber nichtsdestotrotz echauffiert, das ist das Faktum, wer da beim Damentennis von Red Bull gesponsert wird. Die Straßburg-Finalistin Emma Navarro gehört wahrlich nicht zu den armen Schluckern der Szene, vielmehr handelt es sich bei ihr um die Tiochter eines Hispanic-Amerikaners, der via Bankwesen zum Milliardär geworden ist, auf 1,5 bis 2 Milliarden geschätzt wird, gemessen am anderen Töchterl eines noch ums dreifache Reicheren aus Buffalo, der verheirateten Frau Pegula, ironisch betrachtet fast schon eine arme K;irchenmaus. Na ja, so ist´s, wenn eine Hand die andere wäscht, ohne sich zu scheren, wie es anderen (Jung) Sportlern ohne solch Background geht, die sich abstrampeln, ohne nur peripher ein Feedback zu sehen.
Wenn von Linkspopulisten, die sich selbst aber alle Rechte herausnhmen, gebetsmühlenartig immer wieder eine Reichensteuer gefordert wird, die womöglich dank unserer überbordenenden Bürokratie mehr kostet als bringt, würde ich eine Akternative vorschlagen. Wäre nicht eine gesetzlich (wie Lotto-Toto) abgesegnete prozentuelle definierte Gewinnabgabe für eine auf Profisport zugeschnittene, mit Ex-Sportgrößen, die wissen wo es woran krankt, besetzte neue Struktur eine zukunftsträchtige Variante? Ja, warum nicht, obschon es schon genug (Dach-) Verbände gibt. Fragt sich nur, wer außer einigen (Über) Mutigen a la Markus Prock, Mario Stecher und Konsorten die Zivilcourage hat, sich gegen die Anti-Spitzensport und damit auch gegen erfolgreiche Galionsfiguren agi(ti)erende Kamarilla an Politfunktionären a la Babler und Co. auf die Füße zu stellen. Oder ihr gar auf die Zehen zu treten, damit sie schmerzhaft merkt, wo nicht nur der Schuh drückt. Es ist ja genau diese – ich wiederhole mich – stets das Quantitäts- statt Qualitätsprinzip als der Weisheit letzten Schluss priorisierende (Polit) Nomenklatura, die den heimischen Spitzensport ebenso gegen die Wand fährt wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Moral und Mutter Courage …
