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Alaba-Statistik: Je höher der Preis, umso mehr Fehler

Da mir einige besonders geschätzte Kollegen schon unterstellt hatten, ich würde aus welchen Gründen immer – lassen wir dieses Thema lieber – den guten David Alaba fast schon mit Hass verfolgen, dann darf ich endlich mit einem Stoßseufzer der Erleichterung aufatmen. Deutsche Fußball-Statistiker, die zudem vom Millionen-Blatt „Bild“ zitiert wurden, haben unseren heuer Doch-nicht-Sportler-des-Jahres keineswegs als großen Abwehr-Chef des FC Bayern – was er so nebenbei übrigens in einer 4er-Kette sowieso nie war, mit welchen Partnern auch immer, ob Boateng, Süle, Hernandez – in den Fußallhimmel gehoben, sondern als den wundesten Bayern-Punkt ausgemacht.

Je mehr ihn (s)ein Management mit allen möglichen Starklubs, die zum Teil krachen wie die Kaisersemmeln, ganz besonders Real-Madrid, in Verbindung bringen, desto inkonstanter die Leistungen des Münchners aus Wien. Seit ihn Pini Zahavi – das ist der Manager, den Uli Hoeneß, alles andere denn selbst ein Geldverächter, verdammender Weise Piranha genannt hat – von der Insel bis zur Halbinsel, von Paris bis Turin und Mailand via willfährigen, sensationslüsternen Medien schon als Super-Superstar untergejubelt hat, seither ist der nicht mehr so gute David ein Schatten seiner selbst. Die Statistiker haben das herausgefiltert und zum Beispiel festgestellt, dass seine früher ordentliche Zweikampfquote auf etwa 50 Prozent gefallen ist, sie haben registriert, dass die Abwehr des FC Bayern mit jenen zu vergleichen ist wie Freiburg oder Bielefeld, jawohl Bielefeld, sie haben nachgewiesen, dass er bei mehr als 50 Prozent der Gegentore zumindest einen Teil der Schuld trägt und dass er zur Spieleröffnung wenig beiträgt, sehr wohl aber ausgezeichneter Freistoß- und Weitschussschütze wäre, sofern es zu Situationen mit ruhenden Bällen käme.

Zahlen lügen ja bekanntlich nicht, sie haben auch den großen Mentor von Alaba, den FC-Bayern-Triple-Trainer Hansi Flick, mittlerweile zu einem Schwenk veranlasst. Inzwischen verbirgt auch er nicht mehr, dass er nicht mehr so zufrieden ist mit Alaba, der seinerseits allerdings diese kritischen Anmerkungen weder begreifen noch nachvollziehen kann und will, mehr noch: sogar behauptet, dass er um keinen Deut schwächer spielen würde als noch vor wenigen Monaten. Bei allem Respekt vor plakatierter Jesus-Liebe und Black-Lives-Matter-Anteilnahme – das alles hat nichts mit Fehlern zu tun, die einem David Alaba beim Fußball auf dem Spielfeld unterlaufen. Und die fast schon peinliche Inseraten-Kampagne, wer aller dieses Schnäppchen (13 Mille Jahresgehalt + Prämien, 30 Millionen private Ablöse) in Covid-19-Zeiten der Massenarbeitslosigkeit unbedingt haben will, passt dazu wie die berühmte Faust aufs Auge.

Mit Verlaub, noch sollte es im Sport und im Fußball darum gehen, wie gut die Form und wie hoch die Klasse eines Spielers ist – und nicht darum, woher er kommt, was er predigt und was ein cleveres Management aus ihm zu machen versucht. Wie gesagt – Zahlen lügen nicht, aber die Gefahr, dass verkaufte Ziffern und Angebote lügen, ist nicht von der Hand zu weisen. Wer wirklich glaubt, dass Real-Madrid das Denkmal Sergio Ramos zugunsten eines David Alaba opfern will. der muss Realitätsverweigerer sein. Oder mit Blindheit geschlagen. Und das sind neuerdings nicht einmal besonders sensibel-vorsichtige deutsche Statistiker, die Alaba samt Manager schwarz auf weiß zeigen, was Tacheles ist…   

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