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Falsches Signal: Nach Skandal im Afrika-Cup casht Dachverband statt knallhart zu strafen

Es hat ja einige Zeit gedauert, bis sich nicht die Fifa, die sich weder Zunge noch die Hände verbrennen wollte, sondern der kontinentale afrikanische Fußballverband nach dem finalen Skandal im Afrika-Cup zu Entscheidungen durchringen konnte, noch dazu aus meiner Perspektive ziemlich halbherzigen. Oder wie ein geflügeltes Wort sagt: Wasch mir den Pelz und mach mich nicht nass. Anders kann man diese Urteile nicht auf einen Nenner bringen.

Nenner als Stichwort, weil der Afrika:-Dachverband diese skandalöse Gelegenheit, von der man sagt, dass sie Diebe macht, zum Inkasso des eigenen Kontos nützte, ohne so durchzugreifen, wie es sich eigentlich meiner bescheidenen Meinung nach gehört hätte. Abgesehen davon, dass der marokkanische Gastgeber-Verband ganz schon viel Pönale blechen muss, weil seine dummen, allzu patriotischen Ballbuben dem senegalesischen Tormann, selbst kein Kind von Traurigkeit, die Ersatzhandschuhe mehrmals gestiebitzt hasatten, hielten sich die hehren hohen Funktionäre an das Sprichwort,  das da lautet: Geld, was sonst, regiert die Welt.

Oder andersrum gesagt: Warum knallharte Sanktionen verhängen, wenn man stattdessen lukrative Geldstrafen verhängen kann? Die Afrika-Bosse haben so getan, als hätten sie lange nachgedacht, ehe sie mit einigen Tagen an Verspätung – übrigens noch nicht rechtskräftige – Urteile verkündeten. Solche, das erlaube kich mir zu sagen, nicht nur die Hühner lachen. Der senegalische Teamchef Papa Thiaw, der den Skandal mit dem 20-minütigen, von ihm befohlenen Abtritt gegen den Willen seines Topstars Mane ausgelöst hatte, bekam eine Sperre von 5 Spielen, die allerdings nicht die kommende WM 2026 betreffem sondern den Afrika-Cjujp, und dsazu 100.000 Dollar Pönale ad personam, denn wie schon die alten Römer sagten: Pecunia non olet. Geld stinkt nicht, sondern füllt die Kassa. Je mehr, umso besser, eh klar.

Dieses Gebot der Urteilsstunde zieht sich wie ein  roter Faden durch den irgendwie doch (Un) Rechtsspruch der Entscheidungsträger, die sich alles im allem, wenn ich es kurz über den Daumen rechne, an die drei Millionen Euro auf das Konto des Afrika-Verbandes überweisen lassen – nicht nur von den schlimmeren Übeltätern aus Schwarzafrika, sondern auch von den im nach langer Unterbrechung wieder aufgenommenen Finale schlussendlich besiegten, frustrierten Marokkanern. Deren Einspruch, dem Senegal den durch regelwidrigen Abgang samt Psycho-Krieg und Elfer-Miskick gewonnenen Pokal abzuerkennen, wurde vom Dachverband abgeschmettert.

Und jetzt halten sie sich kurz fest  oder den Atem an, wenn sie die Begründung für diese atemberaubende, aber letztlich präzedentielle Entscheidung hören und lesen. Mir sind die  Marokkaner schnurzegal, aber diese Urteile der Afrika-Fußballrichter haben mit Fairplay im Fußball nichts am Hut. Sie begründeten sie lächerlicherweise damit, dass ja das Finalspiel wieder fortgesetzt worden wäre, was zwar dem Engagement von Mane zu verdanken war, der die Abgetretenen wieder aus der Kabine geholt hatte, zaber auch der regelwidrigen Engelsgeduld des überforderten Schiedrichters, der das Match längst hätte abpfeifen müssen statt sich im Nichtstun zu üben, diesen  Vortwurf kann man dem guten Mann nicht ersparen.

Jedenfalls ist dieses Urteil ganz sicher als Präzedenzfall ein falsches Signal, das die Afrika-Richter offenbar mit Zustimmug der Fifa – bei der und deren Präsidenten Infantino  die (Petro) Dollar- oder Euro-Scheine weit mehr glitzern als sportliche Kabinettstücke – an den Fußball im Allgemeinen und auch im Besonderen gesendet haben. Dieser zu Höchst(straf)preisen verkaufte mehr oder weniger Persilschein (für die WM) für Senegal könnte sich noch als Danaergeschenk erweisen. Abtreten  und irgendwann gnadenhalber und doch noch erfolgreich weiterspielen, das darf es nicht geben, denn auch schlechte Beispiele machen schneller Schule als man dmekt…    

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