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Fußballfrauen-WM verdrängt als TV-Minderheitenprogramm echte Granden vom ORF-Bildschirm

Gut und schön, die Übertragungszeiten zu nachtschlafender oder aber vormittäglicher Arbeits- oder Ferien-Badezeit sind ja nicht gerade förderlich für Einschaltquoten. Aber die Art und Weise, wie der neuerlich durch eine gesetzliche Haushaltsabgabe doch nicht sanierte Staatsfunk uns in wessen Auftrag und welchen (Polit-) Zielen immer uns die Frauenfußball-WM nicht nur aufs Aug drückt, sondern von A bis Z auch noch alle Zahlen, Daten und Fakten via Teletext nahebringt, das geht entschieden zu weit. Und wen interessiert, ob es in Sydney, Auckland oder wo immer volle Häuser und Tribünen gibt, wenn sich hierzulande nach ersten objektiven Zuseher-Tests nicht einmal 50.000 TV-Konsumenten für dieses von einem ORF-Riesenteam aus allen Perspektiven wie Aspekten kommentierte und begleitete Spektakel ohne österreichische Beteiligung im wahrsten Sinn des Wortes erwärmen?

Ja, ich muss mich wiederholen, wenn ich darauf hinweise, dass man von der Tour de France und einem Felix Gall so gut wie nichts sieht, weil ja selbst ORF-Experten nie und nimmer gedacht hätten, das dieser Osttiroler zu solch Husarenritten fähig wäre. Und wenn am morgigen ersten Tag der WM-Schwimmbewerbe im japanischen Fukuoka unser Kurzbahn-Exweltmeister Felix Auböck hoffentlich im 400-m-Kraulfinale auf eine Medaille losgehen sollte, dann bleiben nach dem ORF-Sport -plus-Einstieg um 13 Uhr MESZ-Mittagszeit laut TV-Programm gerade lächerliche zwei Minuten zur Einstimmung, bis der Startschuss zum Rennen fällt. Frühere Zuschaltung? Na, wo kämen wir denn da hin – vorher gibt´s den ÖFB-Cup mit dem Hit aus dem schönen Viehdorf (richtig!), der Ardagger gegen Serienmeister Red Bull Salzburg heißt! Und Prioritäten muss man setzen, gar keine Frage! Dazu sei gesagt: Wer´s Schwimmen nicht mitkriegen sollte, der kann sich ja abends dann eine Zusammenfassung anschauen.

Ob´s so etwas Ähnliches oder zumindest einen kurzen Zusammenschnitt vom British Open der Golf-Profis aus Liverpool gibt, wo der in Wien aufgewachsene, in Fontana ausgebildete Sepp Straka als Dritter eine Halbzeit-Sensation war, wage ich zu bezweifeln. Vor allem, seit es den buchstäblich mit Wissen und Erfahrung beschlagenen, im ORF leider schon pensionierten Michael Berger nicht mehr gibt, der sich für diesen hierzulande vor allem von den Links-Grünen immer noch als elitäre Spielwiese der oberen Zehntausend betrachteten Weltsport eingesetzt hätte. 

Ja, es wird offensichtlich immer wichtiger, die Sportfans mit dem ansonsten verdammten, im ORF aber bis zur peinlichen Eigenwerbung hochgehandelten Motoren-Getöse zu verwöhnen, mit Lebenselixier-Therapien zu berieseln und um die echten Sportklassiker mit der nur partiell geltenden Ausrede vom Geldmangel einen großen Bogen zu machen. Viele der alten ORF-Granden, auch solche, die selten ins Bild kamen, aber dafür gesorgt hatten, dass Top-Events der (olympischen) Weltsportarten ins Bild gebracht wurden, würden sich angesichts dieser sich vom echten Spitzensport immer mehr entfernenden Entwicklung im Grab umdrehen. Ich frage mich nur, wann statt einer Zahl an ineffizienten, mit sich selbst allzu beschäftigten Sportfunktionäre die heimischen Sportgrößen einen hoffentlich erfolgreichen Aufstand proben. Ohne diese Ausnahme-Athlet: Innen wäre auch die teure bürokratische Administration brotlos!

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