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Macht´s Sinn, Skitalente um teures Geld kurzfristig rund um die Welt zu schicken?

Mir ist natürlich bewusst, dass ich mir mit dem jetzt verfassten Blog keine Freunde schaffe oder besondere Freude auslöse beim heimischen Skiverband. Abgesehen davon, dass er auch in der erfolgreichen Ära des Altpräsidenten mitunter beleidigt auf kritische Stimmen reagiert hat oder beratungsresistent seitens der Medien wirkte, seien doch einige kritische Seitenhiebe erlaubt – nicht nur, aber vor allem, was den ÖSV-Alpinsektor betrifft.

 Natürlich hört es sich gut an oder lässt sich noch besser lesen, dass wir da und dort zumindest Kleinkugelchancen haben wie Conny Hütter, Manuel Feller und auch Vinzenz Kriechmayr, die vor dem Countdown zum Weltcupfinale, zugleich WM-Generalprobe für Saalbach-Hinterglemm 2025, entweder weit voran oder auf der Lauer liegen. In einem Jahr soll´s ja dann mit einem Medaillenregen auch einen Geldsegen mit touristischem Follow-Up-Wirkung geben.

Ob da noch die alten Hasen/Häschen oder doch schon junge Löwen und Raubkatzen auf Erfolgspirsch gehen, lässt sich aktuell schwer einschätzen. Gut möglich, zumindest aber nicht ausgeschlossen, dass die nächste oder schon übernächste Generation schneller den Anschluss schaffen kann, als man es bis vor kurzem gedacht hätte. Immerhin haben die alemannischen Feursteine im Riesenslalom, aber auch ein Joshua Sturm und ein Kilian Pramstaller in einem allerdings sehr ausfallreichen Torlauf Im fernen Aspen, Colorado, die Plätze 21 und 22 belegt, also aller Ehren wert, gar keine Frage.

Ohne ein Grünen-Sympathisant zu sein, was mir wohl niemand vorwerfen könnte, so erlaube ich mir doch die Gretchenfrage zu stellen, die da lautet: Hätte man die Junghoffnungen nicht schon im nahen Alpinraum von Adelboden über Wengen, Kitzbühel, Schladming, Chamonix der Reihe nach die Hörner abstoßen lassen können statt den einen oder anderen um teures Geld und keineswegs sehr umweltbewusst über den Atlantik und bis nach Kalifornien oder nach Colorado zu schicken? Ja, was kostet schon die Skiwelt … hätt´ mas net, tät mas ja net!

Und manchmal frag´ ich mich auch, ob´s besonders g´scheit ist, die eine oder den anderen aus der jungen Garde auch deshalb  rund um die halbe Welt zu schicken, um ein Kontingent auszuschöpfen – wie geschehen mit der Triple-Jugend-Olympionikin Maja Waroschitz, die vom fernöstlichen Korea ebenso mit acht Stunden an Zeitunterschied nach Hochsavoyen verfrachtet wurde wie RTL-Spezialist Noel Zwischenbrugger vom Pass Thurn (mit Sieg und Platz 3 im Gepäck vom Europacup) nach Palisades bei Squaw Valley, wo er auch des Jetlags wegen zwei Tage später an Fehlern und damit dem Finale scheiterte.

Ob diese sowohl schlaf- als auch kraftraubenden Hetzjagden nötig sind, die viel kosten, aber sportlich kaum etwas bringen, mitunter aber Raubbau an Jungathleten bedeuten, sei hiermit zumindest zur Diskussion gestellt. Aber wahrscheinlich wird´s kein Thema sein, weil ganz einfach nicht sein kann, was nicht sein darf…

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