
Ich habe heute die Qual der Wahl, worüber ich berichten soll, ehe es zur olympischen oder, was uns der ÖTV-Pressechef täglich vermitteln will, zur Daviscupsache in Japan geht. Was Winter-Olympia der weitesten Wege in ganz Norditalien betrifft, so hätte ich eigentlich erwartet, dass beim Sport und Talk im Hangar 7 auch über die vorolympischen Krisen der österreichischen Skiläufer: Innen oder auch über ein Update zu Lindsey Vonn, sowieso bulliger als alle anderen Dosen-Stars, zu hören sein würde. Na Servas, welch Irrtum, dem ich da wie viele andere Sportfans da aufgesessen bin. Olympia vor der Tür wurde antizyklisch links liegengelassen, um statt über Ski und Schnee lieber über die Transferpolitik des FC Bayern München zz berichten, allerdings mit ungelegten Eiern, weil nicht verraten wurde, welchen Millionenkracher, weenn überhaupt, die Münchner in die Säbener Straße holen würden.
Dafür wurden wir von einem Transferexperten darüber informiert, aus welchen Komponenten sich der Marktwert eines Spielers zusammensetzt, was prinzipiell eine alte Weisheit ist abgesehen davon, dass es heutzutage andere Irrsinnszahlen gibt als ehedem zu Peles Zeiten. Womit wir beim nächsten Knaller sind, den uns Servus servierte – eine Liste jener Transfers von Superstars a la Pele, der in brasilianishem Besitz blieb, die zwar ehedem voreilig bombastisch angekündigt worden waren, aber niemals zustandekamen. Und das alles mit einer Moderatorin, die viel zu jung ist, um all diesen alten Kram überhaupt zu kennen.
Da auch unser aller Goldi, an sich ja ein ORF-Star auf Lebenszeit, als etwas hochwertigerer Stargast als etwa der nur großgewachsene doch nicht Freekicker Stefan Maierhofer, hätte man eine Bestandsaufnahme der zuletzt gestutzten ÖSV-Adler vor den Medaillenkämpfen in Predazzo erwartet, wurde aber eines (einerseits Schlechterer, andererseits jedoch Schicksalhaften) belehrt: Es ging um Sportler: Innen, die von einem Tag zum anderen mit Querschnittslähmungen im Rollstuhl gelandet waren – und dabei als Beispiel, wie man sich ins Normalleben zurückkämpft, wieder halbwegs auf die Beine kommt, wenn auch mit Krücken, immer wieder der vor zehn Jahren am Kulm fatal gestürzte Skispringer Lukas Müller natprlich in den Mittelpunkt rückt.

Nicht, dass man man mich falsch versteht, weil ich den Wings für Life-Run für eine tolle Initiative halte, aber es ist halt eine Frage des Zeitpunkts, wie und wann man diese für die teure Forschung wichtige Werbetrommel rührt. Jetzt, da Olympia mit allem Drum und Dran ins Haus steht, scheint der erst anfangs Mai angesetzte Wings for Life Run doch ein bisserl weit weg, um ihn drei Monate davor zum zentralen Sendungsthema zu machen. Das ist nur meine persönliche Meinung, die nichts daran ändert, dass es natürlich einem bulligen Privatsender freisteht, seines eigenen Glückes Schmied mit bajuwarischer Schlagseite zu sein. Mir blieb nur die Qual der Wahl, ob ich mir das an schauen oder aber umschalten will auf Eisbgockjey-oder England-Kick-Live in Sky…













