Tennis

Thiem und ein Ende des Erfolgslaufs, das sich als hilfreiche Lektion entpuppen könnte

Thiems Erfolgslauf zu Ende! So schrieben die einen. Thiem sang- und klanglos im Semifinale out andere. Stimmt. Aber nur auf dem Papier! Ja, was haben denn jene, die so was zu Papier bringen oder Online stellen, erwartet? Dass Dominic Thiem, der sich endlich von den vielen Watschen gegen fast laute4r Nobodys erholt und endlich wieder drei Spiele gegen bessere Top-100-Spieler oder Qualifikanten wie den Spanier Varillas gewonnen hat, gegen einen Wimbledonfinalisten und aufschlagstarken Top-10-Mann wie Matteo Berrettini groß auftrumpfen würde? Noch dazu gegen den um einen halben Kopf größeren Römer, dessen Aufschlagstärke in der Gstaad-Höhe natürlich erst recht zum Tragen kam, weniger der Asse als des ausgeklügelten Service wegen?  

Womit wir bei einem Thema sind, das meiner bescheidenen Ansicht nach oft überstrapaziert, nicht richtig interpretiert oder aber gar nicht hervorgehoben wird. Statistiken hin, Bilanzen her, was Zahlen oft verbergen oder zumindest nicht zum Ausdruck bringen, das ist – übrigens im Fußball nicht anders als im Tennis und anderen Ballsportarten – die entweder verpasste oder aber strategisch aufgebaute Effizienz! Letzter Pass oder öffnender Schlag, um das so zu skizzieren. Was nützt dir ein Assen-Rekord, den entweder eine Unzahl Doppelfehler entwerten, zweite eher harmlose Aufschläge oder andersrum schwache Returns, die ein Fressen für den Gegner sind? Nur ein paar Beispiele, worauf es beim Schlagabtausch ankommt, der sublimierten Form des Boxens, wo auch das sogenannte „Momentum“ eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Wo, bitte schön, scheint das Momentum in Statistiken auf?

Zurückzukommen auf Dominic Thiem und das glatte 1:6, 4:6 gegen Berrettini, mit dem im Gepäck er vom noch höheren Gstaad ins 800m hohe Kitzbühel zum Heimturnier reist. So klar das negative Resultat, so sehr glaube ich, dass dieses verlorene Duell mit einem Top-10-Star eine der wichtigsten, hilfreichsten Niederlagen im Comeback-Trail der ehemaligen Nummer 3 der Welt war. Anders als gegen den Franzosen Gaston, den argentinischen Routinier Delbonis oder den spanischen Qualifikanten wurde Thiem ein Spiegel vorgehalten, woran es noch mangelt, woran er arbeiten und wohin die Reise gehen muss, damit aus dem Domi wieder der Dominator schlüpft, der er einmal war.

Und so bleibt vorerst die Frage offen, warum Thiem anders als etwa der ungeimpfte Djoker (angeblich) noch nicht auf der Liste jenes US-Open-Grand-Slam aufscheint, den er 2020 gewonnen hat. Nur ein Versehen oder aber langfristige strategische Planung, das ist die vorerst unbeantwortete Frage. Da Wolfgang Thiem in der Box saß, nehme ich an, dass es der Papa schon richten wird, oder … ?

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