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Vom kritischen Nörgler und den wahren Negativisten im Doch-nicht-Sportlande

 Man wirft mir gerne vor, allzu kritisch zu sein, wenn nicht Nörgler, Nestbeschmutzer oder Negativist, was auch nicht viel schöner ist. Ja, ich stehe dazu, kritisch zu sein, vor allem dann und dort, wo vor allem durch den Ein- und Zugriff von sogenannten Quereinsteigern oder anderen Wundertüten mehr ver- als erwirtschaftet wird. Andrerseits erlaube ich mir zu darauf zu verweisen, dass nicht nur die heimischen (Sport-)Normalverbraucher, sondern auch ganz schön viele (vor allem Social)-Media-Leute die teils erstklassigen Leistungen einiger österreichischer Sportler nicht hoch genug zu schätzen wissen. Das, geneigte Blog-Leser, erlaube ich mir Kraft meiner fast 70jährigen Erfahrung in der Branche mit Fug und Recht zu behaupten. Das mag damit zusammenhängen, dass wir gestandene Österreicher halt alles an unseren Pisten-, Schanzen- und auch Kombi-Jägern messen, deren Siege, Titel, Medaillen niemand schmälern will und darf, die aber in der Relation zu anderen Weltsportarten halt doch weltweit weniger Konkurrenz haben als jene, die sich vor allem in klassischen Sommersportarten als Kleinhäusler mit Großmächten von China über USA, Brasilien, Australien, UK, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien etc. um Spitzenplätze kämpfen müssen.

Ich möchte da nicht nur meiner langjährigen Affinität zum Schwimmsport wegen an Felix Auböck erinnern, dem in Tokio nur eine Handbreit zu Bronze gefehlt hat, der aber in drei aufwendigen Kraulstrecken (400, 800, 1500m) dreimal das Olympiafinale erreichte und so nebenbei auch Vize-Europameister (400m Kraul) geworden ist, was aber in der Öffentlichkeit inklusive möglicher Sponsoren höchstens mit einem Achselzucken quittiert wird. Ja, hätte er ein Mundwerk wie ein Rogan, der (oft peinliche) Sprüche klopfte, Geister schied und Medien rief, wer weiß? Wer redet von einem Kanuten Oschmautz oder einer Nadine Weratschnig, die auch knapp dran waren, als Unbekannte ebenso eine Medaille zu holen wie die unbekannte Gold-Anna? Und wen hat der gute Golfer Sepp Straka, der in Wien und Fontana groß wurde, am Ende noch wirklich interessiert, als er um einen Schlag am Stechen um Bronze vorbeigeschrammt war? Achselzucken, wie gehabt mit dem unausgesprochenen, aber oft gedachten Worten: Na ja, mit dem is a nix mehr…


Erfolgreicher Titelverteidiger in Dänemark: Bdernd Wiesberger. IN den USA auf Kurs: Matthias Schwab startete stark.

Ich würde mir persönlich wünschen, dass ihm noch so ein großer Wurf gelingt, der ihn mit einem Schlag auch zu einem heißen Kandidaten für einen Platz im Europa-Ryder-Cup-Team machen würde. Denn das wäre dann wieder einer jener historischen Erfolge in einem noch dreimal so dicht besetzten Weltsport wie Tennis, bei denen alle Medien auch aus allen Löchern kriechen würden, um unser aller Bernd aus dem Burgenland so hochleben zu lassen, wie er es schon vordem verdient hätte. Sollte es ihm aber womöglich doch nicht gelingen, dann muss er sich halt damit abfinden, dass man als Weltklasse-Randsportler hierzulande nur dann wahrgenommen und abgefeiert wird, wenn man sich nicht nur etabliert hat, sondern ganz außergewöhnlich Großes leistet. Am liebsten Titel, zumindest Medaillen oder Weltrekorde. Wer nicht groß klotzt, sondern nur immer wieder kleckert, wird so gut wie ignoriert. Aber genau das, werte Blog-Leser, halte ich als kritischer Nörgler vom Dienst für wahren Negativismus!

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