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Von einem zufällig erlebten Spießrutenlauf der von Bodyguards eingekesselten Kitz-Podestlern

Kitzbühel, Hahnenkamm, Streif und Ganslern sind wie Partyslalom und Ganserlauflauf seit Jahrzehnten eins, aber neuerdings hat alles und überall für meine Begriffe doch allzu bullige Flügel bekommen! Als ich mich geraume Zeit nach dem  Super G als gesundheitstechnisch ans Pressezentrum statt Zielraum gebundener Altspatz (seit 1972 dabei) auf dem  Weg zum Rasmushof und meinem Freund Marc Girardelli machte, der dort im gemieteten Weinkeller alljährlich seine Promi-Kumpels aus In- und Ausland einlädt,  bin ich bei der vermeintlichen Begegnung mit einem Alm-Abtrieb richtiggehend erschrocken.

Erst auf dem zweiten Blick hab´ ich dann gesehen, dass es sich dabei um die Eskorte der drei Podiumfahrer handelte, also Odermatt, von Allmen und Babinsky, die alle in einer eigenen „Blase“, eingekesselt von Bodyguards in unübersehbaren, fluoreszierenden Overalls, talwärts zu den Interviews im Pressezentrum gebracht wurden. Und umringt bzw. begleitet von Fans, die alle um Autogramme bettelten, aber dem neuen, völlig  überzogenen Standard entsprechend, natürlich abgewimmelt wurden, ganz so, als könnten oder wollten sie den drei erfolgreichsten Rennfahrern des Tages etwas antun wollen.

Wenn ich das kritisiere, so will ich als alles andere denn als Negativist oder Nörgler  betrachtet oder verdammt werden, weil ich meine, dass der Skirennsport inklusive weniger die Landesgrenzen sprengender Ausnahmen sich mit den großen Weltsportarten und deren Aushängeschildern von einem Michael Phelps über Usain Bolt bis zu Max Verstappen, auch wenn Sport und Sport zweierlei sind, nicht messen kann. Lassen wir einmal den ehedem vom US-TV-Network ABC ratternden Kaiser Franz  Klammer und das siegreiche Plappermaul Tomba la Bomba, das ewige Stehaufmännlein Herminator“ Maier und das Bullen-Protegee-Produkt Lindsey Vonn und nicht einmal die stinknormale Rekordsiegerin Shiffrin beiseite, dann  würden sich die wenigsten Normalvebraucher in München, Hamburg, Paris, London oder Mailand umdrehen, wenn ihnen zufällig ein Hirscher mit Brille oder auch der sympathische Odi, Sieger heute und Favorit morgen, begegnete.

Am liebsten würde Franjo den Spießgesellen Odi würgen mit dem Streiflicht Babinsky wieder am  Podest

Auch wenn ich als Mit-Autor seiner Biografie ein Freundschaftsverhältnis mit dem ÖSV-Langzeitpräsidenten Peter Schröcksnadel habe, so muss ich ehrlicherweise sagen, dass manch Überhöhung von Skirennsport und Skigrößen einfach des Guten zu viel war und ist mit allen möglichen zwischengeschalteten PR-Agenten, die den einst ganz normalen Draht zwischen Schreiberlingen und Topstars der Szene abschneiden, um sozusagen willkürlich vor allem Gefälligkeits-Interviews zu arrangieren.

So gut gemeint es auch ist, dass man das Podesttrio durch die Menschenmenge ins Pressezentrum treibt, obschon mittlerweile alles digital verbunden ist und zugeschaktet werden kann, könnte manmit Direktleitung zum PZ mit  Riesenbildschirm auch die Sieger- und weitere Interviews aus dem Zielbereich arrangieren. Und sich dann den Almabtrieb ersparen und den vor allem jugendlichen Autogrammjägern die Möglichkeit geben, dass ihre Wünsche oder gar Träume erfüllt werden, Merks FIS bis ÖSV etc: Ski(renn)sport, Stars inklusive, ist ein klassischer topografisch eingeengter Familiensport, der nur wenige (Landes) Grenzen sprengt. Glauben Sie mir, der mit Allzeitgranden von Filmstar Toni Sailer und TV-Held Franz Klammer über Lela Stock, Fritz Strobl, Habs Knauß, Stephan Eberharter, Weltrekord-Speedskier Weber und Selfmademillionär Klaus Heidegger, natürlich Damen-Kapazunder: Innen wie Annemarie, Lizz und Konsorten auch heute noch auf Du und Du ist, eine sich selbst betrügende Wichtigtuerei. Abseits vom immer mehr Snobiety-Festival in Kitzbühel wird das in vielen Ländern nämlich kaum registriert…

 

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