Radsport

Von Felix Gall, der im Tour-de-France-Zeitfahren allen Vorurteilen das Hinterrad gezeigt hat

Mag schon sein, dass es sich bei mir um einen ewig gestrigen Rufer in der Wüste handelt, dafür stehe ich nicht nur ein, sondern bin sogar stolz drauf. Aber es wird Zeit, dass auch auf medialer (Sport)-Seite langsam Vernunft einkehrt, die sportliche Leistungen richtig einschätzt statt dem sensationslüsternen von wem auch immer diktierten Mainstream nachzuhächeln. Christopher Freund hin, David Alaba her, dabei handelt es sich um Posten, Positionen und Offerten dank alter, aber nicht neuer Taten.

Die neueste aller echten sportlichen Großtaten hat wieder der ehemalige Junioren-Straßenweltmeister Felix Gall bei der Tour de France geliefert. Ebendort im Zeitfahren über 22,5 km, in dem manch einer befürchtet haben könnte, dass er unter die Räder der ganz großen Spezialisten im Rennen gegen die Uhr kommen würde. Irrtum gottlob.  Weil der trittgewaltige Felix bergwärts die im Flachen verlorene Zeit mehr als nur gutmachte, landete er in diesem Zeitfahren nicht irgendwo unter ferner strampelten, sondern schob sich als Dreizehnter sogar wieder unter die Top 10 der Gesamtwertung.

Ja, wer hätte vordem gedacht, dass ein Felix Gall sogar einen ehemaligen Weltmeister im Rennen gegen die Uhr wie Stefan Küng (Sz, 18.) hinter sich lassen würde/könnte. Ja, dieser Felix des Radsports hat zwar noch keine Tour-Etappe gewonnen wie vordem in der Nachkriegszeit ein Totschnig oder ein Konrad, aber inzwischen wissen auch die größten Insider der Radsport-Szene, welch ein Kaliber dieser 25-jährige Osttiroler ist. Das kann man in ausländischen  Sendern und auch Gazetten jenseits der Grenzen verfolgen. 

Ja, es wird höchste Zeit, dass wir diese außergewöhnlichen Sportler: Innen, die wir kleines Österreich als Nicht-Sportland besitzen, auch dementsprechend in die Auslage stellen und dementsprechend würdigen, damit am Ende auch jeder nicht gerade Radsport-affine Mensch nickt und sagt: Hallo, ich hab´s kapiert, wir Ösis haben ja da einen Eddy Merckx im Kleinformat, der Tag für Tag mit den Allerallerbesten der Rundfahrt Tritt hält. Und damit auch ein weiteres Musterbeispiel neben den Auböcks und Weißhaidingers etc. oder früher auch eines Thiem ist, dass auch Österreicher das Zeug dazu haben, als Solisten auf Augenhöhe mit der Weltspitze zu sein.

Ein Top-10-Platz in der Tour ist ganz sicher, ohne anderes abzuwerten, mehr wert als ein noch so schöner Heimsieg in einem Ösi-Duell im Tennis. Auch dann, wenn man damit mehr Reklame für eine folgende, regionale Turnier-Veranstaltung machen kann als mit einer Toppperformance des Felix Gall beim weltweit populären Milliardenspektakel Tpour de France…

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