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Von Serena und Alarmsirenen, wie sehr Politik den Sport zu vergiften droht

Werte blog-Leser, es tut mir leid, dass ich sie wieder einmal nicht nur mit den Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine belästigen muss, sondern auch mit dem extrem patriotischen, schon an Unsportlichkeit grenzenden Verhalten des größtenteils amerikanischen Publikums beim US-Open in New York. Mag schon sein, dass die inzwischen 40jährige Ikone Serena Williams für die US-Fans in  Flushing Meadow erst recht bei ihrem Abschiedsturnier die sentimentale Favoritin und Lokalmatadorin ist, das aber rechtfertigt noch lange nicht, dass eine keineswegs russophile Estin wie die als Nummer 2 gesetzte Annette Kontaveit regelrecht aus dem Grand Slam gemobbt, gepfiffen und in ein nervliches Wrack verwandelt wird.

Als eine der erfolgreichsten Spielerinnen der vergangenen Jahre auf drei Kontinenten (Australien, Europa, Amerika) ist Kontaveit ja kein frischg´fangtes Girlie, sondern ein g´standener Star, der weiß, wie man schwierige (Tennis)-Situationen meistert. Die Art und Weise, wie allerdings auch ihres Publikumsliebling Serena wegen mit ihr umgesprungen wurde, ging allerdings schlussendlich über ihre Kräfte. Darauf und die Dreisatz-Niederlage gegen die Sirene angesprochen, begann Annette in der Pressekonferenz zu schluchzen und ein paar Worte in ihrer Muttersprache zu stammeln, ehe sie entnervt die PK abbrach, aufstand und durchs Hintertürl die US-Open verließ …


Das war eine unerquickliche Geschichte, der die nächste auf dem Fuß folgte. Kaum hatte die Ukrainerin Kostyuk das Duell mit der zweimaligen US-Open-Finalistin Viktoria Azarenka aus Weißrussland, also dem befreundeten und darob auch sportlich verfemten Staat verloren, war auch Schluss mit sportlicher Fairness. Kostyuk marschierte zwar zum Netz und auf Azarenka zu, verweigerte aber ostentativ den üblichen Handschlag oder „pandemischen“ Faustgruß, um den antirussisch eingestellten US-Fans zu zeigen: Nein, mit solchen Menschen will ich nichts zu tun haben. Eine eher peinliche, wenn auch von den Amerikanern klatschend goutierte Polit-Geste, die einer gewissen Groteske bis Lächerlichkeit nicht entbehrt, weil Frau Azarenka mit Kind seit Jahren in den Vereinigten Staaten und nicht mehr in Minsk lebt, zum anderen für eine pro-ukrainische Charity dem US-Verband zugesagt hatte, ehe sie von den Ukrainerinnen ausgeladen worden war.

 Mehr ist dazu nicht zu sagen und zu schreiben, es zeigt aber, wie sehr der Sport aktuell als alles andere denn Völker verbindendes und Meinungsunterschiede überwindendes Mittel zum Zweck benützt, sondern als schleichendes Gift verabreicht und missbraucht wird. Schlimm genug, dass dem so ist – noch schlimmer, dass es im Tennis passiert, wo man immerhin so sportlich war, dass man die Einzelsportler unter ihrem Namen und nicht unter der ihrer Nationalität hat spielen lassen. Und ohne es beim Namen zu nennen, spielt ja auch beim Williams-SisterAct das politische Element eine nicht unwesentliche Rolle, sonst wäre ja nicht auch Tiger Woods persönlich auf dem Platz erschienen, um Serena in die Kabine zu begleiten. Man sollte besser bleiben lassen, was nach au0en hin besser als gut zu sein scheint…

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