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Warum es mitunter wie bei Ofner doch nicht reicht, auch wenn man alles gibt

Gut gekämpft, alles gegeben, was er hat, ohne sich selbst zu belohnen, wie man heutzutage knappe Niederlagen umschreibt. Leider hat auch Sebastian Ofner das Thiem-Los geteilt, sein Erstrundenduell in Melbourne mit Thanasi Kokkinakis, dem berüchtigten australischen Lokalmatador griechischer Abstammung, trotz 2:1-Satzführung und mehrmaligen Aufbäumens im finalen 10er-Tiebreak des fünften Satzes nach fast 4 ½ Stunden doch noch zu verlieren.

Was Kampfgeist und Widerstandswillen betrifft, so kann man dem Steirer aus dem „Thiem-Stall“ ganz sicher nichts vorwerfen, da war, um das sarkastisch zu formulieren, der Ofen nie aus. Hingegen hat es der Aufsteiger des Vorjahres, wieder eine Parallele zum einstigen Vorbild und Freund Thiem, natürlich verabsäumt, das sogenannte Momentum nach dem gewonnenen dritten Satz mitzunehmen.

Und dieses fatale Spielchen wiederholte sich schlussendlich auch im langen Tiebreak, in dem er zunächst einen Rückstand in eine 7:6-Führung verwandelte hatte, ehe der von der einheimischen wie griechischen Kolonie angefeuerte Kokkinakis den zweiten Matchball verwertete – jener Thanasi, der wie sein lädierter Kumpel Kyrgios bekanntlich kein Kind von Traurigkeit war und ist, man denke nur daran, was er einst im Duell mit Stan the Man über die damalige Wawrinka-Freundin Donna Vekic unüberhörbar fürs Publikum verraten/gesagt hatte. Halt einer, der über sein Tennistalent hinaus weder einen Genierer noch die Angst vor der eigenen Courage kennt.

Womit ich bei einem Punkt bin, den Thomas Muster vor der damals vereinbarten, nach kurzer Zeit aber wieder beendeten Zusammenarbeit mit Dominik Thiem beim Stadthallenturnier 2019 angesprochen hat. Es ging um den inzwischen womöglich als semantische Verirrung verteufelten aufs Sportliche beschränkten Killerinstinkt, den unser erster Grand-Slam-Turniersieger T. M. bei seinem Nachfolger D. T. allen Erfolgen zum Trotz des Öfteren dann vermisst hatte, wenn es galt, dem Gegner zu signalisieren: Der Herr im Haus/am Platz bin ich!

Über alle anderen spielerischen, technischen und körperlichen Parameter hinaus gehe ich da mit einem natürlich um Eckhäuser besser vertrauten Mann wie Muster konform, dass es eben diese Komponente ist, die in den ganz engen Duellen und heiklen Situationen letztlich Spiele entscheidet. Wie jetzt in Australien zum Leidwesen von Thiem und nun auch Ofner. Bin nur gespannt, ob wieder nur das Positive mitgenommen wird oder man ehrlich genug ist, sich auch mit negativen Elementen auseinanderzusetzen, um sie auszuschalten – und fast verlorene Spiele zu gewinnen und nicht fast gewonnene Duelle zu verlieren…

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