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Wie sich Brignone mit Löwenmut von der Invaliden in die Olynmpiasiegerin verwandelte

 

Werte Blog-Leser, vergesst alles, was bisher an skandal- oder schlagzeilenträchtigen Aufregern bei diesen Winterspielen geschah. Lindsey, die arme Vonn, die nach drei OP´s aus dem Treviso-Spital mit Stahlgerüst am rechten Bein bis zur Leiste lächelnd grüßen lässt, war vorvorvorgestern. Die Krokodilstränen, die der Loipen- und Schürzenjäger Lagraeid aus Norwegen  nicht wegen Bronze vergoss, sondern darum, weil ihm eines einmaligen (?) Seitensprunges wegen die gerade geheiratete beste aller Ehefrauen davongelaufen war und er sie am liebsten sogar gegen eine Goldene getauscht hätte, war vorvorgestern. Und Konjunktiv wie die vor allem in der Bild-Zeitung – sorry für diesen Ausdruck – noch nicht bildlich, aber wörtlich BREITGETRETENE, ins UNERMESSLICHE gehende Penis-Maß- und Klebeband-Geschichte von vorgestern. Wie die noch dazu anderntags versilberten, frischen Vaterfreuden des kleinsten aller Weltklasserodler namens Wolfi Kindl, der dem Herrgott dankt, dass die 7 Monate junge Frühgeburt trotz allem wohlauf ist.

Das alles ist Vergangenheit, denn die wahre, die echte, die wirklich sportlich vergoldete, noch dazu richtig goldige Herz-Schmerz-Story vollzog sich heute in Cortina d´Ampezzo,, wo sich eine vermeintlich surreale, irreale Vision einer vor zehn Monaten noch Schwerstverletzten wie durch ein Wunder in die unfassbare Wirklichkeit eines emotionalen Olympiasieges verwandelte. Ja, Federica Brignone,, genannt „Fede“, was übersetzt auf Deutsch so viel wie Glaube heißt, hat das Unmögliche wahrgemacht an dem in anderer Form die köperlich fast doppelte Portion einer Lindsey zerbrochen ist. Brignone, Tochter der viermaligen Weltcupsiegerin Maria Rosa Quario Foto mit Fede), die nach der Karriere eine Kariere als Skijournalistin machte (und in dieser Rolle das eigene Kinderl oft interviewen musste), hat alle medizinischen Vorurteile widerlegt.

Gehen wir, werte Blog-Leser ins Detail, das man sich trotz Patrioismus  doch ein bisschen mehr auf der Zunge zergehen lassen muss als die Hundertstel-Bronzene der Halb-Grazerin Conny Hütter. Und dieses Detail, das eher nach Horror klingt, liest sich so: Die Weltmeisterin und mehrfache Kugelgewinnerin Brignone, große wie kleine, stürzte bei den italienischen Meisterschaften, nur noch ein Sekundär-Event im Skifrühling 2025, derart fatal, dass sie sich begleitet von einem Kreuzbandriss einen doppelten Schien- und Wdenbeinbruch zuzog, der nach späteren Kompolikationen nicht nur genagelt, sondern mehrfsach operiert werden musste, zuletzt im Herbst. Die Ärzte malten damals den Teufel an die Wand, indem sie meinten, Fede würde bei allem optimistischem Glauben vielleicht nie Wieder auf Skiern stehen, geschweige denn Rennen fahren können. Welch Irrtum, den Dickschädel der Fede vom Aostatal falsch einzuschätzn. Samt Tiger im Tank und Mut des Löwen, der werbefrei vom Hekkm knurrt. 

Und heute hat  sich dieses Vorbild an Sealbstdisziplin und Selbstüberwindung nach nur zwei Testrennen (Kronplatz-RTL-Comeback, 6., Olympia-Abfahrt schaumgebremst 18.) im schwierigen Super G mit zwei, drei „tricky“ Schlüsselstellen als eine der technisch besten Rennläuferinnen der  modernen Skigeschichte die Krone aufgesetzt, als die meisten  Mitfavoritinnen  ein Tofana-Waterloo erlebten . Wenn das keine Frejudentränen wert ist, werte Leser, was dann? Und all das ist Frau  Brignone aus eigener Kraft und mentaler Stärke ganz ohne Energie aus der Dose gelungen, die bekanntlich Flügel verleiht. Also ein doppeltes Wunder aus anderer Perspektive.

Wer weiß, was die Olympiasiegerin der Herzen noch in petto hat, schließlich wartet nach den Siegesfeiern noch ihre Spezialdiszipin an sich, nämlich der Riesenslalom. Hat sie schon genug oder aber, um mit Trapattoni zu reden, ist Flasche nach erfülltem Wundertraum schon leer? Erleben wir etwa eine etwas andere und doch ähnliche, zumindest die Skiwelt bewegende Geschichte wie einst beim Herminator in Nagano oder mit genageltem, deformiertem Bein nach Motorrad-Crash mit Sieges-Comeback in Kitzbühel, als selbst beim Eisernen die Tränen kollerten? Mit Verlaub schließe ich am Tag,  als eine rotweißrote Bronzene von einem  Skiwunder zur Nebensache wurde, bei diesen ungewöhnlichen Winterspielen nichts mehr aus…

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