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Zürser Parallel-Doppelpack oder: Man muss feste feiern, wie sie fallen

Hurra, hurra, wir Österreicher haben den ersten Ski-Sieg der Olympiasaison errungen! Und dazu gleich einen doppelten Triumph im Parallel-Riesenslalom von Zürs bei Lech am Arlberg. Und obendrein gab´s auf seine alten Weltcuptag´ noch einen emotionalen Heimsieg für den Vorarlberger Christian Hirschbühel, der den Tiroler Dominik Raschner, übrigens Sohn eines im ÖSV tätigen Sportwissenschaftlers, im Finale in einer seiner vielen Aufholjagden besiegte. Welch ein Comeback!

Dominik Raschner scheiterte als Quali-Sieger erst am Lokalmatador und Comeback-Kid Hirschbühel (rechts)


Und wenn dazu noch ein sechster Platz des Kärntners Adrian Pertl den wunderschönen Tag in einem winterlichen Ambiente abrundet, dann hängt der Skihimmel wohl voller Geigen, oder? Natürlich hat das tolle Herren-Ergebnis für die Pleite bei den Damen am Vortag entschädigt, gar keine Frage, Sieg ist Sieg, doppelter doppelt so schön. Aber so verfehlt bis voreilig es wäre, den Stab über die rotweißroten Skimädels von Kathi Liensberger zu brechen, so übertrieben wär´s, die jahrelang gescholtenen Riesenslalom-Herren dieses Resultats wegen in den Himmel zu heben.

Mag schon sein, dass sich diese 20-plus-Sekunden-Parallelrennen perfekt dafür eignen, als Showbewerbe auch und vor allem in Städten die Werbetrommel für den Skilauf zu rühren. Und wenn von Übertreibung die Rede ist, so hab´ ich bei aller Euphorie über die Zürser Sonnenseiten die Lobeshymnen des Ex-Cheftrainers, Forschungsleiters i. R. und ÖSV-Sportdirektors Toni Giger über die Nicht-mehr-Schattenmänner zweifellos als solche empfunden. Ich meine, dass solche Sprints mit Endzeiten wie ansonsten bei ersten Zwischenzeitnahmen von Alta Badia über Adelboden bis Kranjska Gora  möglicherweise falsche Rückschlüsse zulassen – und dem ersten unerwarteten Doppelpack schnell eine auf den Deckel folgen könnte.

Soweit mir als langjährigen Wegbegleiter der Szene bekannt, handelt es sich nämlich beim Sieger Christian Hirschbühel keineswegs um einen Riesenslalom-Spezialisten, sondern um einen Slalomläufer, der wie schon erwähnt auf seine alten Tage sozusagen im falschen Film eine glorreiche Auferstehung feierte. Lassen wir also die Kirche im Dorf, freuen wir uns über den ersten Sieg schon im dritten Saisonrennen, warten wir aber ab, ob es auch abseits von solchen spannenden, aber vom sportlichen Wert eher umstrittenen Rennen auch in Riesenslalom-Klassikern zu Parallelen kommt, was das Ergebnis betrifft. Zumindest fürs Selbstvertrauen war´s erlaubtes Doping. Oder, was in Zeiten ebenso gefährlich scheint, ganz schön viel Munition. Auch dazu aber kann man laut hurra sagen, weil man Feste feiern muss, wie sie fallen…

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