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Alemannischer Freiburger, der sich keinen Streich spielen lässt

Der Trend bei uns, aber vor allem bei unseren deutschen (Fernseh)-Nachbarn ist ja inzwischen unüberseh- und damit auch unüberhörbar. Die Politisierung des Sports, von dem die besten der Gutmenschen so gerne behaupten, er würde Trennendes verbinden, schreitet munter voran. Hierzulande geht vielen das Geimpfte auf bei den Fragen, ob sich Dominic Thiem jetzt den Stich geholt hat fürs Comeback oder ob es überhaupt zumutbar und auch tolerierbar ist, dass der Teamarzt trotz der strikten Regeln als Ungeimpfter das ÖFB-Tea m begleitet und betreut. Im ZDF-Sportstudio hat sich – allerdings schon zur Geisterstunde – die allseits beliebte Moderatorin Karin Müller-Hohenstein, genannt KMH, den durch und durch bodenstämmigen, durch und durch alemannischen Freiburg-Trainer Christian Streich vorgeknöpft, um ihm über die sportliche Aktualität eines Davids, der die Goliaths ärgert, auch politisch brisantere Fragen zu stellen.

Der Versuch, dem klugen Christian einen Streich zu spielen oder gar ein Bein zu stellen, über das er stolpern würde, ging in die langen KMH-Hosen. Was die immer beliebteren, weil oft plakativ-sensationellen, aber ebenso unsinnigen, aber gerne prozentuell untermauerten Statistik-Zahlen betrifft, fand sie der Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität steht, „an den Haaren Herbeigezogen. Wie soll Freiburg, wenn es einmal unter den Top vier der Hinrunde steht, zu den 87 Prozent gehören, die dann in der Champions League spielen?“ Ja, in vielen der immer wieder strapazierten Statistiken stecken halt einfache Rechenfehler, was auch jene in Spielen betrifft, wo ja bei Pass-Quoten auch nicht steht, was daraus entstanden ist.


Was die Impf-Diskussion betraf, nahm das tapfere Streichlein natürlich ebenso Stellung wie zur Frage, ob sich katarische und andere Petro- oder sonstige Milliardäre einfach Fußballvereine kaufen dürfen. Natürlich tritt Streich für den Stich ein, um vorzusorgen oder vorzubeugen – und natürlich ist er, der Trainer des Provinzklubs aus dem Breisgau nahe dem Schwarzwald, gegen den Verkauf der Fußballtradition an den Mammon welcher Pierson, welchen Konzerns, welcher (Aus)-Richtung immer. Natürlich findet er es beschämend, was sich bei Newcastle in England abspielt und nicht gerade optimal, sollten sich die Katari mit Millionen an den FC Bayern sozusagen reinwaschen.

Aber ganz aus der Reserve ließ sich der Alemanne doch nicht locken, wobei sich unsereins am Ende des Tages und Gespräches die Frage stellt, wieso sich die sportiven Gutmenschen sich nicht schon damals erregten, als sich Barcelona und Qatar Airways quasi gegenseitig schmückten, Milliarden und Abermillionen in Paris St.-Germain flossen, um von Neymar bis Messi die teuersten Golddukaten zu kaufen und Araber-Scheichs aus dem Mittelständler Manchester City eine sportliche Goldgrube gemacht haben. Wen stört´s, wenn sich die Topsportler auch aus fiskalischen und klimatischen Gründen in einem der Emirate von Doha bis Dubai einquartieren, wo sie steuer- und sorgenfrei auch maximal trainieren oder aber Turniere, Meetings, Spiele und Duelle welcher Art immer bestreiten können.

Diese fast frömmelnde Heuchelei, die einerseits mit dem Finger zeigt, andererseits die Hand aufhält, nimmt immer mehr überhand. Wer weiß,, womöglich führt sie über die ziemlich einseitige, ziemlich (welt-)politisch determinierte Doping-Handhabung hinaus noch dazu, die vermeintlich guten von den von ihnen stigmatisierten schlechten bis bösen Sportlern zu unterscheiden und zu trennen. Diese Form von Politik allerdings hat im Sport wirklich nichts zu suchen, auch wenn sie modern zu sein scheint…

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