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Rapid&Austria oder: Der Ochsen falscher Bullen-Fluch geht auf keine Kuhhaut!

Färöer, Riga und Valencia mit dem Nationalteam, Stade Düdelingen für die damals noch unterentwickelten Salzburger, das waren schon Blamagen, die sich gewaschen hatten. Aber einen so schwarzen Donnerstag wie den 25. August 2022 hat´s selten, wenn überhaupt, gegeben. Von Rapid über Austria bis Wolfsberg – drei Spiele, drei Klatschen, davon zwei noch dazu daheim gegen Vaduz aus Liechtenstein, Vorletzter der 2. Schweizer Liga, bzw. einen Klub von Mittelmaß aus Norwegen, nur ein Tor geschossen, dafür aber neun Treffer kassiert, also alle Neune wie beim Kegeln, nur andersrum! Offen gestanden der absolute Tiefpunkt zur gleichen Zeit, zu der die Salzburger über die attraktiven Gegner Milan und Chelsea, dazu Dinamo Zagreb, in der Champions-Millionenliga jubeln. Welch ein Fest für den Dosenmilliardär und seine verlängerten Arme, die binnen eineinhalb Jahrzehnten quasi von Null weg in die Beletage des Klubfußballs aufgestiegen sind.

Lassen wir einmal den Fall Wolfsberg beiseite, Werk des fußball-besessenen Briketts-Unternehmers Riegler, der sich hoffentlich nicht a la longue dabei die Finger verbrennt. Er versucht im Kleinformat in der Kleinstadt mit größerem Einzugsgebiet, was ein Didi Mateschitz mit dem RedBull-Millionenbudget in der Festspielstadt Salzburg mit seit Jahren wachsenden Erfolgen und Serientiteln längst geschafft hat. Produkte kostenintensiver Eigeninitiativen, bei denen der eine im internationalen Vergleich kleckern muss, der andere hingegen inzwischen klotzen kann bei günstigen Einkäufen und lukrativen Verkäufen halber Mannschaften. Vor allem, was die Salzburger mit ihrer Klubphilosophie betrifft, so erweist sich das immer mehr als ein Triumph einer sportlichen wie wirtschaftlichen Autonomie, die sich von Politrucks und Apparatschiks abgenabelt hat.


Anders als bei den Wiener Groß- und Traditionsvereinen, die immer noch mehr oder weniger in politischen Abhängigkeiten dahin- oder bergab dümpeln. Zu wenig, um auf großem Fuß wie ehedem zu leben, gerade so viel, dass sie nicht sterben oder wie es Austria fast passiert wäre, zusperren müssen. Aber alles nur dem schnöden Mammon, von dem der verhasste böse Didi M. genug hat, in die Fu0ballschuhe zu schieben, das ist eine allzu billige, vor allem verfehlte Politik und Taktik, weil sie die Ursachen allen Übels nicht beim Schopf packt. Gut und schön, die roten Bullen versorgen sich in Salzburg (wie Leipzig) mit Talenten aus aller Welt, das ist schon richtig.

Gretchenfrage: Wer, bitte vielmals, hindert denn die Wiener Spitzen-, Traditions- und Altmeisterklubs daran, dank der sehr oft mit Talent gesegneten Kinder mit Migrationshintergrund zum attraktiven Selbstversorger zu werden? Warum holen sich die Salzburger die Jugendlichen mit Potenzial, das wächst und gedeiht, während in Hütteldorf wie Favoriten aus den viel zu früh hochgejubelten Starlets a la dem beim FC Barcelona schnell ausgemusterten Demir meistens nur alles andere denn gut verkäufliche Rohrkrepierer schlüpfen, also keine Kracher, die das Budget sanieren würden. Was das betrifft, so wären die einst obsoleten Sportdirektoren auch insofern gefragt, dass sie sich mit den richtigen Scouts umgeben und/oder das wichtige Netzwerk im In- wie im Ausland haben, um für den besten Nachschub oder qualitativ günstigsten Zukauf sorgen.

Wenn man bedenkt, unter welch Trainerkapazitäten einst welch tolle Legionäre bei Grünweiß und Violett gespielt haben, dann kann man über diese Talfahrten auch in dieser Hinsicht nur noch den Kopf schütteln. Mag schon sein, dass Liechtenstein ein goldener (Geld)-Boden ist, mag schon sein, dass man sich einmal gegen solch einen Kleinhäusler blamieren kann, aber eine doppelte Blamage mit totaler Pleite gegen Vaduz, das ist ganz sicher der schlimmste Schandfleck in der einmal so ruhmreichen Klubgeschichte des Rekordmeisters außer Form, Rand und Band.

Wenn der ausgebuhte und angeschlagene Trainer Ferdinand Feldhofer sagt, es ginge nicht um Personen, sondern um Rapid, dann hört sich das gut an, stimmt aber nicht. Ein Klub wie Rapid darf bei einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigsten aller Personalien nicht kleckern, sondern muss bei der Trainer- und der Sportchefwahl mit einer Respektsperson protzen, die keine Freunderlwirtschaft in welcher Richtung immer duldet. Die nämlich führt, das haben Violett und Grünweiß bei aller ungesunden Rivalität gemeinsam, in Pannen, Pech und Pleiten. Und in den sportlichen Bankrott. Im Sinne wütender Fans sei´s provokant gesagt: Der Ochsen Fluch gegen Bullen geht auf keine Kuhhaut!

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