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Silber-Felix oder: Wo Grenzen, dort öffnet sich Auböck neue Perspektiven

Wie so oft schlug die Stunde für ihn in Budapest, wo sonst eigentlich. Felix Auböck kam, sah und gewann EM-Silber über 400m Kraul, in einem Klassiker des Schwimmsports. Für den 24-jährigen Weltenbummler aus Vöslau bedeutete die allererste Medaille seiner Karriere quasi eine Endstation Sehnsucht nach den Blechtrommeln, die er 2016, 2017 und 2018 immer wieder gerührt hatte. Er selbst hat es eigenen Aussagen nach als persönlichen Triumph gewertet, endlich dort angekommen zu sein, wo er stets dachte, dass er hingehöre. Felix schwimmt zwar fabelhaft, ein sogenanntes Wunderkind aber ist er nie gewesen, sondern hat bei allem Talent nicht nur als Student seinen Horizont erweitert, sondern sich auch mit harter Trainingsarbeit im und abseits des Pools mit persönlichen Rekorden neue Perspektiven eröffnet.  

Felix Auböck auf dem Sprung zu noch höheren Schwimmweihen


Als neuer Silberhecht, der die erste heimische Medaille im olympischen 50m-Becken seit sieben Jahren (Lisa Zaiser, EM-Bronze 2014) geholt hat, die erste eines Österreichers auf der Langbahn seit Markus Rogan (2010, Budapest, Silber, Bronze), nimmt er nun Olympia mit einem großen Motivations-Schub und Selbstvertrauen-Bonus ins Visier. Von seinen Weltklassezeiten im klassischen 400er hätte man vor ihm nicht einmal zu träumen gewagt, aber Auböck ist darum nahe dran, sich womöglich auch olympische Träume zu erfüllen, weil er kein Träumer ist. Als Realist, der erkennt, wie wo und wann einem auch durch Rahmenbedingungen welcher Art immer Grenzen gesetzt sind, hat es ihn schon als Gymnasiasten in die weite (Schwimm-)Welt gezogen, erst nach Berlin zu einem Kroaten-Trainer, den später ein Deutscher ablöste, ehe Felix als Schwimm-Student für vier Jahre nach Ann Arbor und an die Uni Michigan ging, wo er als zweiter Österreicher nach Rogan einen NCAA-Titel (1650 y Kraul) eroberte und so nebenbei den Bachelor (Geschichte, Politik) mit Auszeichnung einsackelte.

1. Langbahn-Männermedaille seit Rogan

Weil er hierzulande keinen Sponsor fand, der nach ihm geangelt hätte, schlug er im Herbst des Vorjahres nach einem kurzen Südstadt-Intermezzo (bei Fehervari) ein neues Auslandskapitel auf – im englischen Olympia-Stützpunkt Loughborough, wo man ihn als Schwimm-Stipendiaten und Masters-Studenten mit offenen Armen aufnahm. Nicht nur dort wusste und weiß man zu schätzen, was sie an einem Weltklasseschwimmer wie Felix Auböck haben, das gilt auch für die weltweit verstreuten Mannschaften der International Swimming League, wo er für New York mit neuen Kurzbahnrekorden wichtige Semifinalpunkt aus dem Wasser holte.

Und wo? In seinem Schicksalsort Budapest, wo sonst! Was ja nicht heißen muss, dass er seine schwimmerische Destination nicht auch in der Olympiastadt Tokio demnächst in beide Hände nehmen kann. Und 17 Jahre nach Athen als zweiter Österreicher nach Rogan und doch als personifizierter Kontrast zur in zwischen in Klos Angeles lebenden Reizfigur nach einer Medaille greift. Die körperliche Dimension mit fast zwei Meter hat er ebenso dafür wie die mentale Kapazität. Wenn der römische Spruch: mens sana in corpore sano auf jemanden zutrifft, dann auf den versilberten Felix, der Goldes wert ist für Rotweißrot …

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