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Thiem-Comeback – lieber gut auf Sandplatz statt auf Hardcourt “am Sand”

Irgendwie hatte man es schon gerochen, als er für den ATP-Cup ab- und zugleich für die Sandplatzturniere in Südamerika zusagte. Der Riecher war nicht so schlecht, denn jetzt Dominic Thiem als so etwas wie ein Weltmeister im Comeback-Aufschub offiziell für die Australian Open in Melbourne abgesagt. Die Handverletzung, so ließ er ausrichten, sei zwar ausgeheilt, aber die alte Schlagkraft, Treffsicherheit und körperliche Form wären noch nicht gut genug, um die Rückkehr just bei einem Grand-Slam-Turnier zu starten.

Das ist wertfrei und kritiklos zu akzeptieren, keine Frage, wie mir aber als kritischen Geist dünkt, hat Thiem ganz bewusst den Umweg über Argentinien und Chile gewählt, um damit auch einer medialen Konfrontation auszuweichen, die wohl in Melbourne unausweichlich, womöglich unangenehm, ganz sicher aber aufwendig und lästig hätten werden können. Und die Chance, sich in Südamerika auf Sand möglichst weit durchschlagen zu können, ist zudem zumindest so realistisch wie es die Gefahr gewesen wäre, auf dem australischen Rebound Ace frühzeitig die Segel streichen zu müssen.


Diese Entscheidung, wohl in Absprache mit seinem spanischen Management getroffen, das Thiem zuletzt höchst seltsam zu beraten schien, ist jedenfalls nachvollziehbar. Und auch vernünftig, weil Sportler im Allgemeinen und individuelle Athleten wie Tennisspieler im Besonderen nach mehr oder weniger schweren Verletzungen und mehr oder weniger langen Zwangspausen nichts mehr brauchen als eine Dosis Selbstvertrauen, die man sich aber nur über Matchpraxis holen kann.

Und da sind sogenannte „Aufbau“-Turniere natürlich sinnvoller als die hochdotierten Grand-Slams, bei denen es zwar schon für Erstrunden-Verlierer eine Stange Geld gibt, aber eben der sportliche Preis bei einem schnellen Aus auch ganz schön hoch ist. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Thiem-Team endlich einmal die richtigen Weichen gestellt hat, dass nach der langen Halbzeit die von ihm selbst angekündigte zweite Hälfte der Karriere so ausfällt wie und die Tennisfans es erhoffen. Und der neue Dominic dort anschließt, wo der damals immer noch junge, aber alte Thiem als US-Open-Sieger und Nummer 3 der Welt so triumphal aufgehört hat, ehe die Abwärtsspirale einsetzte…

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