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Viel Interessantes ums Ende der 31-jährigen Schröcksnadel-Ära

Die Nacht der langen Messer ist inzwischen längst Geschichte, zumindest ÖSV-Geschichte. Wie in 24 Stunden auch die 31jährige Ära des Ski-Napoleon Peter Schröcksnadel, der vorderhand allerdings nur hierzulande in Pension geht, im Weltverband aber weiterhin an vorderster Front sitzt – oder besser an der Seite des neuen Präsidenten Johan Eliasch als Ratgeber zu fungieren gedenkt. Die Zahl der Siege, Gold- und anderer Medaillen in der Ära des kleinen, autoritären, zumindest patriarchalischen Tirolers sind ebenso Legion wie die Weltmeisterschaften und sonstigen Events, die in seiner Regentschaft in so gut wie allen Bereichen und Disziplinen wenigstens einmal, wenn nicht mehrmals organisiert wurden.

Der Selfmade-Millionär Peter Schröcksnadel war und ist einer der erfolgreichsten Sportfunktionäre, die es in Österreich je gegeben hat, er war und ist aber als interessante Mischung von kommerzieller Ader und traditionsbewusster Schiene auch stets eine Reizfigur für all seine Gegner gewesen, ganz besonders jene, für die Erfolg- und auch sonst reiche Macher suspekte Typen und daher auch medial anzupatzen sind, ob´s stimmt oder nicht, was man unterstellt. Interessant, dass den vermeintlich sonst so gut informierten, meist weit links von der Mitte positionierten Schröcksi-Jägern offenbar entgangen sein muss, dass die halbe Skiwelt über ganz bestimmte „Vermittlungszentralen“ vor der Wahl des neuen FIS-Präsidenten unbedingt wissen wollte, auf wessen Seite sich der rotweißrote Ski-Napoleon geschlagen hat, um am Ende des Tages auf der richtigen Seite zu stehen.


Das ist auch deshalb interessant, weil sich hierzulande ein Teil der Landeskiverbände mit einem Teil der Medien zu einer heimlichen, aber och unübersehbaren Allianz gegen alles verbündete, was in der Präsidenten-Nachfolge nach Schröcksnadel zu riechen schien oder gar drohte. Und interessant war auch, dass sich ganz besonders die Salzburger in dieser Hinsicht ins Zeug legten, obschon sie es auch dem Einsatz des ÖSV-Präsidenten mit dessen Crew mehr als nur ein bisschen zu verdanken hatten, dass Saalbach im zweiten Anlauf den Zuschlag bekam, die Skiweltmeisterschaften 2025 auszurichten – zum zweiten Mal nach 1991, als es fünf Goldene zum Einstand der Schröcksnadel-Ära gegeben hatte.

Und interessant finde ich auch, dass sich ein vormals fabelhafter Skiläufer und aktueller Zauchensee-Hotelier wie Michael Walchhofer noch vor kurzem noch als Präsidentschaftskandidat mit dem lauten Ruf nach einer – fragt sich nur welcher – Reform aus dem Fenster gelehnt hatte, nach seiner Nicht-Wahl beleidigt ins Hinterzimmer zurückzieht, den Hut auf den Vizepräsidenten wirft und mit dem ÖSV nichts mehr zu tun haben will. Auch nicht mit Schmidhofer, dem designierten Präsidenten und demnächst Nationalrats-Früh-Pensionisten, jenem steirischen Ski-Chef, der ja ursprünglich den graden Michl hätt´ wählen sollen, ehe er sich selbst in einer schon umnebelten Nacht-Aktion als Präsident aus dem NÖ- und anderen Hüten zaubern ließ.

Den Politiker konnte der Teflon-Karli in seinen ersten Aussagen und Interviews nicht verleugnen. Ab sofort allerdings muss er aber beweisen und zeigen, dass er nicht nur ein geschmeidiger Taktiker und Diplomat, sondern auch in der Lage ist, mitunter ebenso provokante Machtworte zu sprechen wie der Ski-Napoleon Schröcksnadel, der die meisten seiner Schlachten gewonnen hat. Auch wenn´s viele seiner Feinde nicht wahrhaben wollen…

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