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Wenn aus Klasse in klassischer Übertreibung unsere Megastars geformt werden

Auch auf die Gefahr, dass ich mir mit meiner kritischen Betrachtung mancher Online-, aber auch sonstiger Berichte wieder einmal Feinde schaffe, möchte ich mich mit der immer sensationslüsterneren, schlagzeichenträchtigeren, aber auch immer öfter die Realität ignorierenden (Social)-Media-Politik beschäftigen. Würde das alles so stimmen, wie es aus vielen, aber oft nicht gerade guten Gründen verkauft wird, dann würde es hierzulande auch abseits von Pisten, Schanzen und sogar Loipen nur noch so vor Superstars wimmeln, nicht wahr! Einige Beispiele gefällig? Na bitte schön, alles der Reihe nach. Keine Frage, dass Jakob Pöltl als rotweißroter NBA-Pionier große Meriten und bisher fast Utopisches erreicht hat, nichtsdestotrotz sollen offenbar zwei- oder gar täglichen Bulletins über ihn und seine Wurf-, Rebound-, Assist- und Block-Statistik suggerieren, dass es sich bei ihm um einen Megastar handelt, was nur punkto NBA-Gagen in Relation zu dem, was er in Europa (und bei uns so gut wie gar nicht) verdienen würde, tatsächlich Mega(geil) ist.

Pöltl (2,13m) gehört in seiner sechsten Saison schon zu den etablierten NBA-Riesen, aber in einem Atemzug mit den Giganten der Szene von LeBron James über Curry, Howard, Harden, Antetokoumpo, aber auch Doncic und Schröder ist er jenseits des großen Teiches noch nicht genannt worden. Und bei allem Respekt davor, dass David Alaba nun bei Real-Madrid spielt, und dass Arnie Arnautovic als goldener Elferschütze für Bologna kaltes Blut bewahrt hat, haben beide zwar individuelle Klasse, die ihnen niemand abspricht – aber Weltstars, nein: Weltstars sind sie nicht, auch wenn die eine oder andere Formulierung darauf schlie0en ließe, dass Real oder zu Bologna ohne ihnen kaum existenzfähig wären. Weltstars, die sind sie nur, was die Heimat betrifft, nicht aber auf der Welt. Das ist der Spiegel der Realität und kein Nestbeschmutzen. Auch wenn sonst, was Lob betrifft, eine unzulässige Lizitation des Marktwerts herrscht.


Womit wir bei Karim Adeyemi wären, das Bullen-Juwel, das zuletzt allerdings unter heftiger Ladehemmung litt, aus welchen Gründen auch immer. Auch wenn sich die Dortmunder Borussen unter dem schon gebeutelten Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose angeblich immer noch in Pole-Position befinden, so wissen wir inzwischen aus zweiter, dritter oder vierter Hand, dass der mehr oder weniger insolvente FC Barcelona auch schon mit Adyemi telefoniert und ein tolles Angebot (den Salzburgern wie ihm) unterbreitet hat. Na ja, vielleicht gibt´s noch einen großzügigen Joker-Investor, der schnell Geld vorstreckt, damit der wieselflinke Jung-Deutsche dem Ex-Meister nicht durch die Lappen geht. Wer weiß?

In einem ganz anderen Metier wieder werden wir mit einem Riesenbericht über Frau/Fräulein Caroline Pilhatsch verwöhnt, der Schwimmpolizistin aus Graz, die quasi als Anchor-Woman oder stärkstes aller Eisen für die Kurzbahn-WM in Abu Dhabi verkauft wird. Natürlich stimmt´s, dass die Tochter eines ehemaligen Olympiaschwimmers und Enkelin eines Olympia-Leichtathleten, Zehnkampfmeisters und Rallye-Europameisters vor drei Jahren sogar Kurzbahn-Vizeweltmeisterin im Rückenschwimmen war auf der kürzesten aller kurzen Strecken, nämlich 50m. Abgesehen davon, dass es für die kräftige Kurzsprint-Spezialistin seither keine Medaille mehr in ihrer nicht-olympischen Domäne gab, hat sich die einstige Jugend-Europameisterin weder 2016 noch 2021 für Olympische Spiele qualifiziert, was gerade im Schwimmsport der allerwichtigste aller Maßstäbe ist. Und wenn auch noch hervorgehoben wird, dass Caro mitten in der Pandemie zwischendurch immer wieder nach Frankfurt zum Trainer mit ihrem aus Graz abgewanderten Trainer Dirk Lange fährt (oder fliegt?), kann man sich nur wundern.

 Eigentlich müsste die stramme Caroline jetzt erst recht und unbedingt eine Medaille holen, damit ihr nicht etwa die einige Jahre jüngere Vize-Juniorenweltmeisterin und Kurzbahn-EM-Bronzene auf der olympischen 200m-Rückendistanz Lena Grabowski, ein aktueller Olympiavierter und Vize-Europameister wie Felix Auböck oder andere wie Christopher Rothbauer, Bernhard Reitshammer, Simon Bucher oder die US-Legionärin Marlene Kahler (USC in LA) die Show stehlen. Alles aber eine Frage der Relation – vor allem jene zur absoluten Weltklasse, an der man sich orientieren sollte statt an Spekulationen und Hochrechnungen.,   

 

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