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Adeyemi und Salzburg oder: Zwei Dämpfer zur rechten Zeit

Tore, die man nicht schießt, die kriegt man in der Regel. Eine alte Fußballweisheit, die sich leider für die Salzburger als bessere Mannschaft in Wolfsburg bestätigte. Und als „Sündenbock“, wenn man so sagen kann, ward Jungstar Adeyemi schnell ausgemacht, schließlich war es der deutsche Neo-Nationalspieler, der zwei mehr als nur sogenannte Hundertprozentige verjuxte. Auch deshalb, weil er es womöglich unterbewusst noch schöner als schön vollenden wollte.

Ja, gibt´s denn  so was? Wie kann man nur solche Chancen vernebeln? Auch Trainer Jaissle muss durchseufzen.


Abgesehen davon, dass Teenager immer und überall zu Formschwankungen neigen, man eben das auch einem Talent wie Adeyemi zubilligen muss, wage ich zu behaupten, dass dieses pfeilschnelle, technisch so beschlagene Naturtalent vielleicht unbewusst ein Opfer des enormen Hypes geworden ist, den er selbst ausgelöst hat. Wie viele Ausnahmekönner, so hat auch er einen Hang zum Alleinunterhalter, der im Normalfall der Normalform im hohen Tempo seine Spielchen mit den Gegnern treibt, diesen Drang zur ineffizienten, fruchtlosen Solisten- und Dribbler-Rolle aber in Wolfsburg nicht nur für meinen, sondern auch des Jungtrainers Jaissles Geschmack mehr als übertrieben hat, sonst hätte er ihn ja auch nicht ausgetauscht.

Ob Adeyemi, ob Adamu, ob Sesko, Susic, Seiwald oder wie immer diese Rohdiamanten auch heißen und wie spektakulär sie zwischendurch immer wieder auftrumpfen – man wird aufpassen müssen, dass allzu bombastische Schlagzeilen, superlative Lobeshymnen und Transfer-Millionen-Spekulationen solch jungen Menschen nicht den Kopf verdrehen.

Darum waren die beiden Dämpfer, schon der erste in Ried gegen einen vermeintlichen Zwerg, und jetzt der gegen die vom Trainerwechsel angestachelten Wolfsburger, einerseits unnötig bis unangenehm, auf längere Sicht aber insofern wertvoll, dass sie die vermeintlich unaufhaltsamen Himmelstürmer zur rechten Zeit auf den Boden der Realität zurückholen. Das ist das Lehrgeld, das Sturm und Drang immer und überall bezahlen müssen. Auch im Fußball. Auch in Salzburg. Auch ein Gold- und Gelddukaten wie Adeyemi… 

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