Fussball

Was ist die Quintessenz aus 3:0 für die Bullen gegen Bayern und Dani Olmo gegen Harry Kane?

Sieg am Transfermarkt, Pleite im Supercup. Die erste Schlacht ist geschlagen, sie ging in der Münchner Allianz-Arena für Rekordmeister Bayern gegen die bulligen Herausforderer aus Leipzig total in die Hosen. Daran konnte zu guter Letzt auch der im Finish eingewechselte, bejubelte Superstar Harry Kane nichts ändern. Er kam in Minute 64 mit Nr. 9, sah – und der Schuss ging fast symbolisch geradezu postwendend nach hinten los. Die Bayern-Abwehr, eine Schar aufgescheuchter Hühner mit einem Gockel, nach dem kein Hahn krähen sollte, wurde mit einem umstrittenen Elfmeter bestraft, den der Spanier Olmo zum dritten Tor des Abends verwandelte. In Kurzform: Dani Olmo, 25 Jahre jung, Ablöse 25 Millionen, drei Treffer – Harry Kane, 30, fast 120 Millionen Ablöse, 29 Mille Gage pro Jahr, drei Ballkontakte, null Gefahr, 0:3 am Ende der peinlichen Bayern-Durchsage. Genüsslich wühlten Reporter, Kommentatoren, Moderatoren und Experten in den Wunden des Kontrastprogramms. Wer den Schaden hat, muss sich um Spott nicht sorgen.  

Jedenfalls wird der Titelverteidiger mit seinem hochgehandelten Trainer möglichst schnell die richtigen Schlüsse aus diesem Resultat-Debakel ziehen müssen, damit die um Unsummen zusammengekaufte, teuerste Bayern-Mannschaft aller Zeiten keine Götterdämmerung erlebt. Als die Bayern nach dem Blitz-Gegentor das Spiel diktierten, als Harry noch auf der Bank kopfschüttelnd erlebte, wie eine Großchance nach der anderen verjuxt wurde, da wurde klar, warum sich die alten wie neuen Bayern-Bosse und Trainer Tuchel schworen: Ein Königreich für Kane! Wer weiß, wie alles gekommen wäre, wäre er lange vor dem 0:3 ins Spiel genommen worden, vor diesem endgültigen Schuss vor den Bug, mit dem alles beim Meister in sich zusammenstürzte, wer weiß…?

Nichts mit Spekulationen allerdings hat zu tun, dass vor allem hinten wie in der gerade noch geretteten letzten Saison ständig Unruhe herrscht, die dem Gegner immer wieder die Tür zu Toren öffnet. Und auch mit Konrad Laimer als Österreich-Beitrag statt Sabitzer fehlt dem Mittelfeld der Bayern mehr als nur ein Schuss an Kreativität ebenso wie an jenem sogenannten „Umschalttempo“, mit dem die torhungrigen Bullen immer wieder Breschen schlugen. Geld wird und kann auch in Zukunft nur dann Tore schießen, wenn ein sündteurer Torgarant vor allem gegen nationale wie internationale Erz- und Toprivalen jene Bälle serviert bekommt, die für ihn quasi ein Fressen sind.

Eine Ansammlung vermeintlicher Größen mit addierten Rekordsummen, die sich bei näherer und längerer Betrachtung als überschätzte Individualisten entpuppen, machen noch lange keine erfolgreiche, große Mannschaft. So gesehen ist der deutsche Rekordmeister schon seit längerem auch ein Spiegelbild der deutschen Nationalelf, die ja binnen weniger Jahre aus weltmeisterlichen Sphären ins Niemandsland gefallen ist, auch wenn uns der ÖFB ein Freundschaftsspiel gegen die Deutschen im Herbst als brüderlichen Smash-Hit verkauft.

Und einem Rekordschützen wie Harry Kane kann unsereins nur wünschen, dass ihn eine löchrige Bayern-Abwehr nicht vor solche Mammut-Aufgaben wie bei seiner Kurz-Premiere stellt, die auch den besten Torjäger überfordern. Jedenfalls ist auch Trainer Tuchel gefordert, um aus diesem Sammelsurium an Top-, aber auch allzu früh allzu hoch gejubelten Pseudostars so eine Einheit zu formen, die dem Spruch gerecht wird, dass Geld doch Tore schießt.  

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