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Fast verloren, aber gewonnen: Wirkt´s bei Thiem als Katalysator für ein Helden-Epos?

Alles Thiem, oder Was?! Selbst aus der TV-Perspektive ging´s in der Wiener Stadthalle zu wie in alten oder älteren Zeiten, als bei vollem Haus geklatscht, getrampelt und gejubelt wurde über Heimsiege der Lokalmatadore von Skoff, Muster, Melzer bis zum Comeback-Kid Domi. Ja, wer hätte nach dem ersten, so schnell verlorenen Satz auch nur einen Cent auf einen Aufstieg von Thiem ins Achtelfinale der Erste Bank Open gegeben?

Aber Irren ist menschlich. Wie heißt´s doch so schon: Wo ein Wille, dort ein Weg! Und da gehört nicht nur einer, sondern gehören zwei dazu – einer, der sich mit allem, was er hat, gegen das Aus aufbäumt, mit dem Rücken zur Wand zurückschlägt, und ein anderer, in diesem Falle der US-Amerikaner Tommy Paul, der offenbar in entscheidenden Momenten unter der Größe des Augenblicks und der Atmosphäre in der Halle die Nerven oder zumindest die Konzentration verliert.


Einerlei. Dominic Thiem ist weiter und bleibt dem Turnier erhalten, was zwar bei ausverkaufter Stadthalle keine oder kaum zusätzliche Einnahmen bringt, aber eine zusätzliche euphorische Stimmung, die – kleine Werbung beim Seitenwechsel in Memoriam Mateschitz sei gestattet – auch den Lokalmatador zusätzlich beflügeln kann. Jetzt, da er mit letzter Kraft, Einsatz aller Energie und dank verjuxter Matchbälle des Gegners die erste Hürde überwunden hat, kann man Thiem durchaus zutrauen, dass er mit Selbstvertrauen auch den Schwung mitnimmt, um …

Nein, nein, wir wollen es nicht verschreien, aber auch und vor allem im Tennis wirkt ein mühevoller, letztlich glücklicher Sieg wie ein Katalysator, der ungeahnte Kräfte freisetzen kann. Und dann kann´s, wir wollen´s wieder nicht verschreien, zu dem kommen, was man einen Lauf nennt im Sport, nichts anderes als das einst vom unvergessenen, eher wortkargen Skistar Rudi Nierlich analysefrei so genannte Prinzip: Wenn´s laft, dann laft´s!

Wie immer es weitergeht, es ändert im Blick zurück auf die ersten Erste-Bank-Open-Tage nichts an der von mir mehrmals festgehaltenen Tatsache, dass bei aller Schönfärberei und Ranglistenklauberei der aktuelle heimische Tennissport auf Top-Ebene halt doch nur aus jenem Thiem besteht, der mittlerweile den Thieminho ausgetrieben hat. Sonst hätte er dieses fast schon verlorene Erstrundenduell mit Tommy Paul ja nie und nimmer gewinnen können. Für ein Helden-Epos allerdings taugt dieser finale Triumph statt früher Turnier-Tragödie (noch) nicht.

Bei der Frage nach alles Thiem oder Was, kann man leider mittlerweile das Was schon wieder weglassen, weil alle heimischen Doch-nicht-Lokalmatadore außer Domi im Einzel schon weg vom Fenster sind. Trotz anfänglich falsche Hoffnungen erweckend auch Freund Dennis N., womit in Sinn-Umkehrung des wienerisch-böhmischen Wortspiels nun aus rotweißroter Perspektive auf Thiem zutrifft: Einer muss immer der Novak sein, der für alle anderen gradsteht … 

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