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Hasenhüttl oder: Kunst des Möglichen mit keineswegs heiligen Saints

Boxing Day in England. Abzüglich abgesagter Corona-Partien traditioneller Großkampftag in der Premier League. Im Jahr 2021 ein Tag, an dem vor allem Torhunger gestillt wurde – 24 in fünf Spielen, das kann sich sehen lassen, das ist was für Fans. Mittendrin und dabei auch der FC Southampton, der von Ralph Hasenhüttl trainierte (Ausbildung)-Verein. Ja, wann sonst, so könnte man fragen, wann sonst, wenn nicht zu Weihnachten sollte es ein Fest für die „Saints“ geben, auch wenn sie nicht daheim in St. Mary, sondern auswärts bei den „Hammers“, also West Ham United, dem Rapid-Bezwinger in der Europa League, einen überraschenden 3:2-Sieg feierten.

Alle Achtung, Mister Hasenhüttl, wie sie diesen Klub mit vergleichsweise eher bescheidenem Budget und dementsprechend ohne wirklich große Namen fern der Abstiegszone im erweiterten Mittelfeld der Premier League halten! Ja, da muss man den Hut ziehen angesichts der Tatsache, dass Southampton im Sommer den Nationalstürmer Ings, den Goalgetter vom Dienst, an Aston Villa ab- und den Ex-Salzburger Minamino, Leihgabe von Liverpool, an die „Reds“ und Klopp zurückgeben hatten müssen. Aber Hasenhüttl, der bei Unterhaching begonnen und RB Leipzig nach oben gebracht hatte, ehe er in Unfrieden von den Bullen schied, um sich in England zu beweisen, hält sich da lieber ans alte Berti-Vogts-Prinzip, das da lautete: Der Star ist die Mannschaft!


Vor allem eine, die so gut (aus)trainiert ist, dass sie 90 und mehr Minuten das kraftraubende Forechecking, Pardon: Spiel gegen den Ball, fast immer und überall durchziehen kann mit der Devise: Einer für alle, alle für einen, was andersrum auch heißt, dass es innerhalb des Teams keine Extrawürste gibt, wie immer sie heißen, auch nicht für einen Ward-Browse, der es unter dem Grazer immerhin dann und wann ins englische Team geschafft hat. Natürlich gab´s auch bittere Pillen, die Hasenhüttl mit Southampton schlucken musste, man denke nur an alle Neune, die es nicht nur einmal gab, sondern zweimal, meist in Unterzahl, die sich fatal auswirkte.

Nichtsdestotrotz hielt der Verein seinem österreichischen Manager, wie dort die Cheftrainer heißen, in schlechten wie guten Zeiten die Stange und die Treue, weil sie wussten, was sie an ihn und welchen Kader sie haben. Kurzum, weder die Verantwortlichen noch Ralph Hasenhüttl haben sich in den drei gemeinsamen Jahren von Momentaufnahmen (ver)leiten lassen, sondern bauen auf bewährte Rezepte und langfristige Konzepte, die auch – wie es auf Englisch heißt – im Long Run zu den Erfolgen führen, die für einen solchen Verein als höchstes der Gefühle in Reichweite sind. Die Saints sind keine (Schein)-Heiligen, sondern eher harte Knochen. Und Ralph Hasenhüttl, das zeigt seine Bilanz, ist offenbar ein Meister des Faches, das lautet: Mögliches schaffen statt zu träumen, Unmögliches möglich zu machen. Eine (realistische) Tugend, die bei den meisten Österreichern eher selten der Fall…

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