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Höhenflug der Bullen in die Beletage als Triumph einer Langzeitstrategie

Der Himmel hängt voller Geigen in der Mozartstadt, wo eine Fußball-Symphonie komponiert wurde. Erstmals in der jungen Vereinsgeschichte haben die roten Bullen das Achtelfinale der Champions League erreicht! Gegen und auf Kosten von Sevilla, dem spanischen Topklub und Vielfachsieger in der Europa League, in die er wieder relegiert wurde! Dazu kommen für den heimischen Serienmeister zu den 10-Punkte-Prämien der Gruppenphase noch die 9,5 Mille für den Aufstieg unter die letzten 16 Mannschaften! RedBull ist in der Beletage angekommen, das lässt nicht nur die Herzen der Fans höherschlagen, sondern auch jene der Klubführung, weil´s wie nie zuvor in der Vereinskassa klingelt.

Gerade am Tag, als Salzburg unmittelbar vor dem 1:0 bei einem Lattenköpfler von Sevilla das Glück des Tüchtigen zur Seite gestanden war, sei an die vielen oft knapp gescheiterten Anläufe ebenso erinnert wie an die tollen Spiele gegen Liverpool oder Lazio. Es sei daran erinnert, wie der Oberbulle und eher Abenteuer-lustige und PS-lastige  statt Fußball-narrische Didi Mateschitz vor gut 15 Jahren eine konkursreife Salzburg-Mannschaft übernahm mit der Vision, mit einer komplett anderen, neuen Strategie nicht über Nacht, aber auf lange Sicht eine ähnlich erfolgreiche Truppe auf die Beine zu stellen wie in der Formel 1, in der allerdings alles im wahrsten Sinn des Wortes viel schneller geht.


Bullen-Coach Jaissle, 33, beklatscht den Sieges-Torschützen Okafor, der aus einer Verletzung gekommen war.

Es war wichtig und auch richtig, zunächst einmal ordentlich zu investieren, um eine vernünftige Basis für heimische Titel zu schaffen. Und es hat sich gelohnt, auf ein Langzeitkonzept zu setzen, zu dem es halt auch gehört, aus Fehlern zu lernen, nicht nur auf dem (Kunst-)Rasen, sondern auch auf dem Spielfeld der Akademien in aller Welt, durch die Salzburg sozusagen zum Selbstversorger geworden ist, der Jahr für Jahr, (Halb-)Saison für (Halb-)Saison vor allem für Nachschub aus eigenen Reihen sorgt, wenn er seine eben erst flügge gewordenen Jungbullen um Millionen an den deutschen Leipzig-Bruder oder gleich weiter an Promi-Vereine in der Premier League verkauft. Das nennt man Return of Investment, wie ihn  sich ein visionärer Milliardär das vorstellt. Und wie die Dinge liegen, so dreht sich dieses Rad weiter, weil auch die Jungbullen  in der Youth Champions League im Achtelfinale stehen!

Anders als bei den Wiener Traditionsvereinen, wo mit eher untauglichen Mitteln seit Jahren eine Abwärtsspirale eingesetzt hat mit dem mitunter drohenden Pleitegeier über den neuen Arenen, hat RedBull den Salzburg-Fußball im Lauf der Jahre derart zu einem fast unaufhaltsamen Höhenflug beflügelt, dass er im Kreis der absoluten Elite angelangt ist. Und das mit dem beim Antritt unbekanntesten, aber gut aufgebauten Sportdirektor, mit dem jüngsten Trainer und der jüngsten aller Mannschaften, deren größter Trumpf es ist, Klasse mit Tempo und Dynamik zu verbinden. Diese Vorzüge sind quasi die Formel 1 ihrer Erfolge, die für die Philosophie eines Retortenklubs sprechen, den anfangs niemand ernst nehmen oder lieben wollte. Inzwischen rollt mit dem Ball und Rubel auch im Fußvolk der Fans alles anders. Wenn schon nicht liebens-, dann auf jeden Fall bewundernswert!

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