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Jessica Pegula oder: Erfolgshunger beflügelt eine Milliardärs-Tochter

Hätten nicht Kitzbühel, Streif, Ganslern und die Turbulenzen vor den nahen Peking-Spielen mediale Priorität gehabt, wäre die demnächst 28jährige Jessica Pegula längst ein mehr als interessantes Thema gewesen. Jessica, who? Ja, so werden sich viele Leute fragen, die zwar Sportfans sind, aber keine Insider der Tennisszene. Und selbst für die meisten von ihnen wäre die mittlerweile verheiratete US-Amerikanerin mit koreanischen Wurzeln ein eher unbeschriebenes Blatt. Und warum? Weil sie in jungen Jahren mehr weg als dabei gewesen war auf höchster Ebene nach langen Pausen wegen Knie- und Hüft-Operationen.

Aber nicht Gier nach (Preis-) Geld und/oder lukrativen Verträgen trieben Jessica Pegula-Gahagen zurück ins beinharte Training und ins Turniergeschehen, beileibe nicht, schließlich ist die Tochter des Multimilliardärs Terrence Pegula, laut Forbes nicht nur 7,8 Milliarden Dollar wert, sondern als Sportfanatiker auch Besitzer des NFL-Klubs Buffalo Bills und des HNL-Vereins Buffalo Sabres, bei dem einst Thomas Vanek zum Star geworden war. Weder als Fräulein Pegula noch als verheiratete Frau Gahagen suchte sie den Weg des geringsten Widerstands oder locker finanzierbaren süßen Lebens, sondern jenen, bei dem es ohne Schweiß keinen Preis gibt – als einfacher Tennisprofi, der sich ohne jede Form von Bakschisch von ganz unten unbedingt nach oben kämpfen wollte.


Vor eineinhalb Jahren gewann sie ihr erstes WTA-Turnier in Washington (gegen die exzentrische Italienerin Giorgio), wirkliches Aufsehen aber erregte sie erst heuer bei den Australian Open, wo sie nach einem Sieg über die favorisierte Griechin Sakkari bis ins Viertelfinale vorgestoßen war, in dem sie aber gegen die Nummer 1 und Lokalmatadorin Ashley Barty (Aus) chancenlos war, nur zwei Games machte. Trotzdem ließ Pegula immer wieder ihr Können ebenso wie ihr großes Kämpferherz aufblitzen, scheiterte aber auch an Mangel an Routine und an einem Überschuss an Nervosität im Duell mit dem Publikumsliebling in der vollen und aufgeheizten Rod-Laver-Arena. 

Findelkind Kim und und Milliardär Terrence Pegula – stolze Eltern der erfolgsbesessenen Tochter Jessy.

Abgesehen von der Sport-Affinität des Herrn Papa scheint sie Härte gegen sich selbst, Fighting Spirit und Durchsetzungsvermögen von ihrer Mama Kim geerbt zu haben, die als koreanisches Findelkind in Seoul von kanadischen Adoptiveltern in Obhut genommen worden war. Als Kim in Kanada aus dem Flieger stieg, verstand und sprach sie kein Wort Englisch, wurde aber in höhere (christliche) Schulen geschickt, gut ausgebildet und bekam die Chance, sich beim Erdgas-Mogul und Entertainment-Guru Pegula um eine Anstellung zu bewerben. Sie bekam nicht nur den Job, sondern auch (nach dessen Scheidung) auch Terrence Pegula als Mann ihres Lebens, dem sie drei Kinder schenkte, darunter auch Jessica.

Das Töchterl aus einer steinreichen Familie aber wollte nicht als verwöhntes Girl im Geld schwimmen, sondern lieber im sportlichen Erfolg baden. Unbedingt. Um jeden Preis. Auch um den von Verletzungen und Operationen. Jetzt hat sich Jessica ziemlich weit nach oben gekämpft, in Melbourne für Furore gesorgt und gezeigt, dass die wichtigste aller Triebfedern im Sport nicht der Mammon ist, sondern Selbstdisziplin, Selbstüberwindung und der Ehrgeiz, sich und aller Welt zu beweisen, wie gut man ist. Und über wie viele Schatten zu springen man gewillt ist, um die Endstation Sehnsucht zu erreichen. Und ich bin mir sicher, dass Frau Pegula die trotz der bitteren Klatsche gegen Barty weiter im Visier hat. Motto: Würde Milliarden gegen eine Grand-Slam-Trophy tauschen!

 

 

 

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