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Männer-Blockbuster und Frauen-Kurzfilm: Es lebe gleichberechtigte Unfairness!

Da unsere Fußball-Euro-Helden in spe erst des Abends den Final-Countdown zur Endrunde in Deutschland im Happel-Stadion  gegen Serbien, die Heimat der Arnie-Familie starten und weil die Nullnummer der deutschen EM-Gastgeber gegen die Ukrainer nicht wirklich viel hergibt, möchte ich mich noch einmal mit Tennis und den French Open beschäftigen. Und dabei der Aktualität halber auch wieder mit dem unbeugsamen Novak Djokovic, der kaum mehr hatte stehen können, nach einer (Knie-) Behandlung aber zu neuem Leben erwachte, um nach wiederum fünf Sätzen und 4:39 Stunden Spielzeit ins Viertelfinale einzuziehen.

Und gleich danach folgte eine weitere Mitternachtsparty in Roland Garros, die der Hamburger Alexander  Zverev ebenfalls in fünf Sätzen gegen den Nicht-mehr-Boris und wieder Mouratoglou-Schützling Holger Rune aus Dänemark nach 4:11 kraft- und nervenaufreibenden Stunden gewann. Und auch die Viersatzsiege von Ruud gegen Fritz mit 3 ½ und von De Minaur in knapp 3 Stunden gegen Sandmuffel Medwedew waren ja auch alles andere denn Nachmittagsspaziergänge im Bois de Boulougne oder dem Garten der Poeten, in dem jetzt neben Glashäusern das dritte Stadion steht.

Welch Kontrast zur Elite der Tennisdamen, in denen die Nummer 1, Iga Swiatek aus Polen, mit ihrer davor gar nicht so schwachen russischen Gegnerin Potapowa binnen 40 Minuten mit einem Doppel-Bagel wahrlich kurzen Prozess gemacht hat – und auch Coco Gauff (1:00 Stunde), Aryna Sabalenka und Jelena Rybakova (jeweils 1:09) mit Kurzarbeit kräfteschonend und energiesparend unter die letzten Acht einzogen, wo auf sie der gleich hohe Scheck in der Höhe von 415.000 Euro brutto (!) auf sie genau so wartet wie auf die geschlauchten Herren der Schöpfung. Jenen sportlichen Gladiatoren, die wie ums Leben rennen, kratzen, beißen, spucken – welch Bild dafür als Beispiel, als der Djoker nach einer erfolgreichen Netzattacke wie ein Schmetterlingsschwimmer im Sand mit den Armen wie mit Flügeln schlug! Zum Gaudium des Publikums, das bei Herrenduellen auf Augenhöhen auf seine Rechnung kommt wie bei einem preisgekrönten Cecil B. DeMille-Hollywood-Schinken in gleicher Länge, während es im Duell der besten mit guten Tennis-Ladies nur zu einem Kurzfilm reicht, bei dem möglichst pünktliches Erscheinen von Vorteil ist, damit man nicht zu spät zur teuren Entree-Geschichte kommt…

Auch wenn man jetzt Frauenrechtlerinnen, Feministen und Emanzen der Frauenfeindlichkeit, Fortschrittsverweigerung und noch viel schlimmerer Unterstellungen zeihen – ich halte diese vorn von „Gleichberechtigung“ für eine himmelschreiende, sportliche Fairness verspottende Ungerechtigkeit, für die es außer einer völlig unpassenden Political Correctness keine plausible Erklärung gibt. Und dabei möchte ich darauf verweisen, dass bei Groß-Events wie im Fußball, Volleyball, Basketball und Tischtennis, dem kleinen Bruder, nach gleichen Regeln und im gleichen Modus gespielt wird. Wenn  schon auf Best-of-5 bei Tennis-Grand Slams gespielt wird, jenen größten; wichtigsten und punktereichsten Turnieren, die eine Ausnamestellung besitzen, dann darf best-of-3 für die gleich gut bezahlten !Tennisdamen, kein Alleinstellungsmerkmal! Alles andere ist wie im falschen Film!

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