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Schwimmen

Schwimm-EM in Rom: Neue Aushängeschilder und alte Familiengeschichten

Noch ist ja lange nicht aller Schwimm-Tage Abend bei der Europameisterschaft in Rom, aber die – wie man auf Neudeutsch sagt – „Proven Products“ haben mit einem etwas späteren Zünder a la Valentin Bayer gezeigt, was und wieviel in ihnen steckt. Und das, bevor die Stunde unseres allersten Kraulweltmeisters, Vize-Europameisters, WM- und Olympiavierten Felix Auböck in den kommenden Tagen auf den klassischen Distanzen über 200m und 400m schlägt. Es sind jene SchwimmerInnen, die als ganz Junge die richtige Technik als wichtigste aller Grundlagen gelernt haben, die also so gut und zum Großteil auch vielseitig so gut ausgebildet sind, dass sie bei sorgsam dosiertem Aufbau- und danach Intensivtraining ihre Talente auch auf internationaler Ebene ausspielen können.

Das gilt vom technisch früh perfekt geschulten Felix im Ströck-Sponsor wie Rekordglück bis zu den Fehervari-Schülern Bayer und Rothbauer, von den Grünzweig-Lehrlingen Reitshammer bis Bucher, von Grabowski (Neusiedl, dann Fehervari) bis Heiko Gigler aus Kärnten, der vom inzwischen pensionierten Ferdinand Kendi so gut an die Kandare genommen wurde, dass er auf dem bewusst gewählten, längeren Umweg übers vielseitige Lagenschwimmen zu einem Klasse-Kraulsprinter gereift ist, der unter neuer, junger Führung (Jakub Maly, Ex-Schwimmer, Ex-US-Student) jetzt Rekorde aufstellt, von denen man vor zwei Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hätte.


Und das trifft natürlich auch auf alle drei Alexandri-Synchron-Nixen zu, die im Solo (Vasiliki) und Duett (Anna Maria und Eirini) unter dem Diktat der seit vielen Jahren in Wien/Südstadt ansässigen Bulgarin Albena Mladenova den frühen Griechen-Frust schlussendlich mit den ersten Österreich-Medaillen vertrieben haben, denen in Rom jetzt die nächsten bei der EM folgen sollen.

Lagenstaffel-Quartett als “real deal” mit Reitshammer, Bayerr, Bucher, Gigler (v.l.) und Rom-EM-Sensation Valentin.

Auch und gerade im Schwimmsport, bei dem die Uhr ein ebenso fairer wie unerbittlicher Gradmesser ist, bestätigt sich das geflügelte Wort, dass Hans kaum bis gar nicht mehr lernt, was Hänschen nicht gelernt hat. Oder politisch korrekt, was Gretchen nicht lernt, lernt die Gretl nimmer mehr. Und weil dem so ist, wie es ist, wird auch aus der immer wieder ohne Limits, aber über diverse künstlich geschaffene Quali-Ecken und Staffel-Versuche zu Top-Events delegierten Tochter des OSV-Vizepräsidenten wohl im Schwimmen höchstens auf Tirol-Ebene was werden, nicht aber im internationalen Vergleich. Zur Europameisterschaft wurde sie wohl in erster Linie nur mitgenommen, damit eine 4x200m-Kraulstaffel der Damen schwimmen kann.

Was aber ist dann in Rom geschehen? Da ja das Wettkampfprogramm bekannt und damit auch eine Überschneidung von Starts am ersten Tag, wurde von wem auch immer eine höchst bemerkenswerte Priorität gesetzt. Wer auf das rotweißrote Kraul-Quartett gewartet und gehofft hatte, es könnte angesichts von nur neun Nationen einen der acht Finalplätze ergattern, wurde enttäuscht. Zur Verblüffung auch der internationalen TV-Kommentatoren war Austria nicht am Start, stattdessen aber danach als 4x200m-Solistin, also im Klartext über 800m Kraul, die OSV-Vizepräsidententochter Lena Opatril. Und wie auch noch! Mit schlichten 31 Sekunden Rückstand auf die nicht einmal voll schwimmende Vorlaufschnellste aus Italien, aber auch den Ö-Rekord der abwesenden US-Studentin Marlene Kahler, kam sie auf Platz 18 in einem an Klasse eher dünnen Teilnehmerfeld.

Und eben diese Form von Nepotismus sollte, nein: muss ganz einfach auch im Interesse anderer SportlerInnen vermieden werden, weil er damit die im Schweiße des Angesichts ebenso wie dank vielfältiger Talente erbrachten Topleistungen der neuen Aushängeschilder des Schwimmsports im Grunde beleidigt. Um das andersrum zu beschreiben: Wer nur gut genug ist für die Regionalliga im Fußball, ist auch nicht reif für die Champions League. Und mittlerweile besitzt Österreich ja wieder Champions im Pool der (Hai)-Fische und nicht mehr im lokalen Planschbecken…

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