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Seltsame Story um angeblichen Hitler-Gruß eines siegreichen, russischen Kart-Teenagers

Kennen Sie Artem oder Artyom Sekerliukhin? Obschon mir quer durch den Gemüsegarten in aller Welt viele, auch blutjunge SportlerInnen ein Begriff sind, war mir bis heute der Name völlig unbekannt. Jetzt allerdings bin ich endlich eines Besseren – oder eigentlich Schlechteren – belehrt worden, weil es mit, durch und um Artem, diese namentlich Abwandlung der griechischen Göttin Artemis, der mit Pfeil und Bogen, im Blätterwald nur so rauscht. Deshalb, weil er zuletzt in Portugal ein Kart-Rennen gewonnen hat, allerdings nicht unter russischer Flagge, da ja Russen aus dem Sportgeschehen weitestgehend verbannt sind, sondern begleitet von der rassig-rasanten Allegro-Hymne der Italiener.

Na und, so werden sie fragen, was ist da so Außergewöhnliches daran? Wenn Sie es noch nicht wissen, dann sei gesagt, dass der junge Mann zu den Tönen der flotten Hymne sich zuerst an die stolze Siegerbrust geklopft und dann, noch dazu lächelnd die rechte Hand, zum Gruß an irgendwelche Freunde oder auch Team-Kollegen im Triumph ausgestreckt hat, was sofort alle Gutmenschen, die das Gras wachsen hören, erst recht und besonders dann, wenn es sich um einen bösen Jung-Russen handelt, zum Einschreiten zwang.


Skandal, Provokation, Polit-Demonstration, so der laute Aufschrei sowohl echter als auch sozialer Medien, die den Teufel an die Wand malten. In aller Unterwürfigkeit wurde das Kart-Talent sofort von seinem Team entlassen, dass er darob weinte, wurde ihm selbstredend als Krokodilstränen ausgelegt, dass er sich auch noch via Instagram entschuldigte für den Vorfall, hinter dem seiner Ansicht nach weder Kalkül noch Nazi-Bekenntnis (Artem: „Jeder weiß ja, welch schlimme Verbrechen sie auf dem Kerbholz haben!“) gestanden wäre, als pure Heuchelei. Warum ein Russe sich zum Hitler-Gruß hinreißen lassen soll, obschon mehr als 20 Millionen Russen im Kampf gegen Hitler im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben, scheint mehr als paradox zu sein. Zumindest für mich, der an dieser Front seinen eigenen Vater und den engsten Onkel verloren hat…  

Ich meine, man sollte lieber die Kirche im Dorf und die Fantasie ob eines 15jährigen nicht ins Kraut schießen lassen. Ursprünglich konnte man das Video dieser Siegerehrung (z. B. www.laola.at) noch sehen und sich nur wundern, wie die Sportjustiz aus einer Mücke einen Elefant machen konnte. Aber verflixt und zugenäht, kaum dass ich es jemanden hätte vorspielen wollen, um sich ein Bild zu machen, da konnte man das Video auf dieser Plattform auf einmal nicht mehr sehen oder anklicken. Ersetzt durch ein anderes. Verschwunden. Gelöscht. Nirwana.

Ja, das finde ich sehr interessant und noch viel interessanter, dass sich sogar die FIA, der Automobilweltverband also, mit diesem womöglich unabsichtlichen Ausrutscher befassen und – kann man´s zwischen den Zeilen lesen – auch ein möglichst drakonisches Urteil fällen sollte. Gegen ein 15-jähriges russisches Rennfahrertalent offenbar armenischer Herkunft, welches zwar für ein Italien-Team gewonnen hat, für das auch die italienische Hymne gespielt wurde, dem aber aus Zuwinken mit der Rechten daraus vom wem auch immer mit welcher Absicht immer ein Strick gedreht werden soll.

Geht´s vielleicht gar nicht um den vielleicht auch nur hinein interpretierten Hitler-Gruß, der höchst paradox wäre für einen Russen, sondern einfach darum, dass da – erinnern sie sich an den Fall Mazepin, Teamkollege Mick Schumachers, und Sohn des angeblich Nicht-mehr-Team-Sponsors in der Formel 1– mittlerweile alles, was auch nur im Entferntesten nach Moskau und Putin riecht, ins Abseits und wenn möglich an den Pranger gestellt werden muss. Und wenn´s nur ein Teenager ist, der aber als siegreicher Teufelskerl oder Rabenbraten den Konkurrenten die Butter vom Brot genommen hat. Auch wenn  ich mir dabei die Zunge verbrenne, so möchte ich in aller Bescheidenheit, nein: muss ich sagen: Wehret auch diesen unerträglichen Anfängen, die halbe Sport-Kinder vernichten (sollen)!

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