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Thiem und der Irrgarten angekündigter und dementierter Comebacks

 Kaum war sein Comeback zum x-ten Male in ein paar Monaten angekündigt worden, noch dazu in einer zumindest für den heimischen Fußball wie Hans Krankl legendären WM-Stadt 78 wie Cordoba in Argentinien, da wurde es schon wieder abgesagt. Nein, nein, Dominic Thiem musste das Handtuch nicht etwa der langwierigen Handverletzung wegen werfen, die ihn so lange außer Gefecht gesetzt hat – nein, nein, diesmal ist´s nur der kleine, der Zeige- oder der Mittelfinger, dessen Sehne gereizt zu sein scheint, jedenfalls so unangenehme Schmerzen bereitet, dass der US-Open-Sieger von 2020 nicht spielfähig ist.

Egal, gegen wen es gegangen wäre am Mittwoch, ob den Argentinier Etcheverry oder den chilenischen Qualifikanten Nicolas Jarry, mit dem nicht gut Kirschen essen wäre. Wer sonst, wenn nicht unser aller Domi wüsste es besser, schließlich hat er gegen Jarry vor einigen Jahren im Hamburg-Viertelfinale in zwei umkämpften Sätzen schon einmal verloren. Ja, was ist wirklich los mit dem zweiten heimischen Grand-Slam-Sieger aus Österreich nach Thomas Muster? Wo drückt ihn ständig der Schuh, Pardon: was macht seine Schlaghand so empfindlich, dass man sich an fünf Fingern ausrechnen kann, dass großangekündigte Comebacks ebenso wenig stattfinden wie man das Revolutionen nachsagt.

Thiem, der nicht nur mit angeborenem Talent gesegnet wurde, sondern es auch insofern jahrelang hatte, dass er wie ein Büffel trainieren hat können, scheint sich in der langen Trainingspause- und Turnierpause auf der Suche nach sich selbst begeben zu haben und dabei noch nicht fündig geworden zu sein. Seit er sich vom alten Mentor, Trainer und Tennis-Ersatzvater verabschiedet hat, um rund um seinen echten Herrn Papa ein neues Dream-Team aufzubauen, hat sich seine Karriere in einen Alptraum verwandelt. Nicht nur, dass er seit Monaten so gut wie keine Bälle wechseln konnte, leisten sich er und sein neues spanisches Management sozusagen einen medialen „Doppelfehler“ nach dem anderen. Jede (Wort)-Meldung ist quasi mit zwei Aussagen verbunden. weil die erste prompt von der zweiten so schnell dementiert wird wie zuletzt die Ankündigung durch die Absage des Comebacks in Cordoba.

Kein Wunder, dass sich da interessierte Außenstehende wie unsereins wie in einem Irrgarten vorkommen, in dem man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Ja, wie geht´s jetzt weiter mit Dominic Thiem in Südamerika, wo sich Buenos Aires als nächstes Turnier und nächster Comeback-Versuch anbieten würden. Aber wer weiß, was die gezerrte Sehne in welchem der Finger an der Schlaghand dazu sagt? Und wer weiß, wie lange es dauert, bis sie nicht mehr beleidigt, sondern auch Strapaz-fähig genug ist, um zu (großen) Schlägen auszuholen?

Ja, Fragen über Fragen, auf die es bisher jedenfalls keine schlüssige, vernünftige Antwort gab, sondern nichts als Ankündigungen, die sich leider nur als Worthülsen entpuppt haben. Wäre jammerschade, würde ein immer noch junges Idol aus welchen Gründen, Missverständnissen oder fehlender und verfehlter Kommunikation immer zu einer Figur schrumpfen, die sich samt Schaden nicht um Spott sorgen muss, der allenthalben auch in den sozialen Medien immer lauter und unüberhörbarer wird. Höchste Zeit, dass Thiem das quasi im Handumdrehen wieder ändert – und nicht durch dementierte Comebacks, sondern gewonnene Spiele/Turniere von sich reden und für sich Reklame macht.

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