Fussball

Vom Fußballfest, so wunderschön wie gestern mit euphorischem Blick auf Euro-Zukunft

Der schwäbelnde Teamchef mag nicht jedermanns Sache sein, an ihm haben sich auch schon viele heimische Fußballgeister geschieden. Aber dieser drahtige Stratege Ralf Rangnick hat es binnen kurzer Zeit nicht nur geschafft, dass sich Österreich wieder für eine Euro qualifiziert, noch dazu im Nachbarland, vor allem ist es ihm gelungen, ein Kollektiv zu formen, das mit vollstem Einsatz bis zum Anschlag nach seiner taktischen Pfeife tanzt – also einem Konzept, in dem nicht Stars nach Lust, Laune oder Form den Ton angeben, sondern sich dem alten Berti-Vogts-Spruch beugend und damit folgend der einzige Star eben die Mannschaft ist. Eine an vielen Positionen auswechselbare Elf an Spielern, in der einer vom anderen nahtlos die Rolle übernimmt, wenn es Verletzungen oder neue Überlegungen erfordern.

Viel besser als nach der Pause beim 6:1 gegen die ebenfalls für die EM qualifizierte Türkei hätten Wunsch und Wirklichkeit kaum zusammenpassen können an diesem Fußballabend mit dem höchsten Länderspielsieg seit dem 6:0 gegen Lettland vor fast fünf Jahren. Und siehe da, ohne dass das wieder in falsche Kehlen rutschen könnte in stürmischen Zeiten wie diesen ohne und nicht mit unseren verletzten, mehr oder weniger rekonvaleszenten Toplegionären und alternierenden Teamkapitänen Alaba und Arnautovic. Was zwangsläufig in der Euphorie des Schützenfestes die Frage aufwarf, wie stark Österreich erst sein würde, wenn das Duo Infernal für die Gegner zu den Schrecklichen Zwei würde.

Aber bei allen statistischen Spielereien ist Fußball gottlob noch keine Mathematik, sondern ein Spiel über 90 und möglicherweise weit mehr, Elferschießen im Ernstfall inbegriffen, das immer wieder von vorn beginnt. Auch wenn man wie ich beeindruckt war von Kampfkraft, Biss, Dynamik, Tempo, Teamwork und Effizienz mit dem ersten Triplepack von Freiburg-Legionär Gregoritsch, der vordem nie mehr als ein Tor Nationalelf erzielt hatte – man muss trotz aller berechtigten Begeisterung daran erinnern, dass Testspiele für alle Teamchefs dazu da sind, das eine oder andere zu testen.

Was nichts daran ändert, dass sich Österreich dank und unter dem vorurteilsfreien Rangnick zu einer kompakten Truppe entwickelt und mit einer Serie von 9 Siegen, darunter 2:0 gegen Deutschland, 2:0 und 3:1 gegen Schweden, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage (2:3 gegen Belgien nach 1:1 in Brüssel) vom Favoritenschreck zu einem Euro-Geheimtipp entwickelt hat.

Wär´s anders, würde ja kein anderer als „Loddar“, der Sky-Apostel, den Rangnick-Jüngern das Viertelfinale zutrauen, auch dann, wenn wir gegen Frankreich, Holland und die Play-off-Elferschießen qualifizierten Polen spielen müssen. Ich halte das für realistisch, immer vorausgesetzt, Wunsch und Wirklichkeit stimmen so überein wie beim 6:1 gegen Türken, ihren Inter-Star-Capitano Calhanoglu inklusive, die am Ende nur noch Kanonenfutter waren. Was wieder nichts daran ändert, dass wir mit Rangnick, Gregerl und Co. ein wunderschönes Fußballfest feiern durften, so wunderschön wie gestern mit hoffnungsvollem Blick in die Euro-Zukunft…

PS: Muss entschuldigen, dass manchmal eine nicht überprüfte Autokorrektur am Laptop) sinnstörende Fehler (wie ein nicht statt nach bei Rangnicks Pfeife!!!) einbaut, die dann erst nach späterer Durchsicht korrigiert wurden.

 

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