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Was geschieht mit Legionären, die durch Boykott finanziell auf dem Trockenen sitzen?

Ausschlüsse, Boykott, Absagen, wo und wann es um russische Veranstalter, Vereine und SportlerInnen geht. Das war die logische Reaktion und Sanktion auf Putins Angriff auf die Ukraine und nicht anders zu erwarten von (pro)westlicher Seite. Verständlich, geht´s ja auch darum, in einem Land, das Sport und sportliche Erfolge hoch einschätzt, mehr noch: davon wirtschaftlich profitiert, die Position von Putin zu schwächen. Das liegt auf der Hand, gar keine Frage, wer aber dabei sonst aller zu Schaden kommt, damit scheint sich niemand wirklich beschäftigt zu haben. Nein, da geht´s nicht darum, dass von jeweiligen Sportverbänden und Instanzen mit zweierlei Maß gemessen wird, wie die Muster-Beispiele von Medwedew im Tennis und Mazepin in der Formel 1 zeigen, die man beide auch aus PR- bzw. finanziellen Gründen weiter bei Turnieren spielen und im Grand Prix im Kreis fahren lässt.

Gut für diese beiden und womöglich auch den einen oder die andere, die Gleicher als gleichbehandelt werden, aber was ist mit der Fülle an Fußball-, Handball-, Basketball, Volleyball- und anderen Legionären aus aller Herren Länder aus der ganzen Welt, die weniger klingende Namen oder klingende Münze haben, durch die Aussperrung ihrer Klubs aber von heute auf morgen arbeitslos und ohne Einkommen sind? Ja, wer bezahlt diese oft weithin unbekannten Legionäre, die zwar Verträge, aber keinen Verein mehr haben, und auch keine Weltstars sind wie Puskas, Kocsis, Czibor etc., die nach dem niedergeschlagenen Ungarn-Aufstand von 1956 von Millionenklubs a la Real-Madrid oder FC Barcelona mit offenen Armen aufgenommen worden waren?


Wenn überhaupt, dann könnten russische Vereine von St. Petersburg bis Donezk, von Moskau bis Kasan, von Krasnodar bis Jekaterinenburg ihren brasilianischen, afrikanischen, asiatischen und europäischen Spielern bestenfalls den Heim- oder gar schon Fluchtweg finanzieren, eher auf vier Rädern und kaum auf dem Luftweg. Wenn man addiert, wie viele Legionäre in Russland und bei russischen Klubs unter Vertrag stehen, dann sind´s zwar Einzelschicksale, aber dennoch einez Menge an Spielern mit oder ohne Frauen und Kindern. Ich frage mich, wer aller sich dieser Kriegs- und Boykottopfer angenommen hat, die für Russland und Putin büßen? Ich ahne schon manch Gedankengang a la: Wärst net hingangen, wärst jetzt net in der Scheiße. Andersrum: Selber schuld. Samt Achselzucken nach dem Prinzip: Kannst nix machen, ist´s halt leider so für dich, aber zum Glück doch nur monetärer Kollateralschaden. Nachsatz: Wo gehobelt wird, fliegen eben Späne…

Wir, das kleine Österreich, das schon bei vielen Revolutionen die Tore und Heimstätten für Flüchtlinge geöffnet hat, können vielleicht da und dort Jungsportler(innen) über schwere Zeiten hinweghelfen oder gar neue Perspektiven geben, angesichts der eng geschnallten Budgetgürtel fast aller Sportvereine allerdings die verlorene Gegenwart (oder Zukunft) nicht ersetzen – oder höchstens in ganz wenigen Ausnahmefällen! Auch daran sei bei den teils martialischen Boykott-, Ausschluss- und sonstigen Federstrich-Entscheidungen erinnert, die politisch determiniert, emotional bestimmt, aber nicht durchdacht oder durchjudiziert sind. Auch das ist ein Jammer.

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