Fussball

Wenn deutscher Super-Gau die WM-Premiere der Schiri-Frauen in den Schatten stellt

Sorry, meine Damen aus dem Schiedsrichterinnen-Trio, das WM-Geschichte schreiben durfte. Tut mir leid, dass ich mich geirrt und gedacht habe, dass es der Papierform nach anders kommen würde, als es dann kam. Ihre Weltpremiere, die Herren nach ihrer Pfeife bzw. Fahnen tanzen zu lassen, ist nicht nur medial im deutschen Supergau untergegangen. Ja, blöd gelaufen für die vordem hochgejubelten, aber eher verbal politischen denn sportlichen Zeichensetzer.

Wirklich zu dumm, dass die vordem so unterschätzten Söhne Nippons jetzt auch den favorisierten Spaniern das „Haxl“ stellen und so das deutsche 4:2 gegen den spanischen Prügelknaben Costa-Rica, der wieder die „Japseln“ entzaubert hatte, zu Makulatur machen würden. Siegen und (heim)-fliegen, eine bittere Pille. Schon die zweite nach 2018, die der Weltmeister von 2014 schlucken muss. Natürlich könnte er hadern, dass er mehrmals nur Aluminium traf, natürlich wird er hinterfragen, ob die Spanier womöglich ihrer hohen Tordifferenz wegen nicht am Anschlag gespielt haben, aber all das kann das erneute blamable Aus nicht besser machen.

Aber wer weiß, vielleicht hat dieser gnadenlose Schuss vor den Bug auch deshalb Gutes an sich, weil er ein Weckruf für den DFB, aber auch für die deutschen Medien ist, die immer noch von Sommermärchen und fünftem WM-Titel geträumt hatten, ohne zu merken, dass sich auch die internationalen Parameter verändert haben, die vermeintlich Kleinen inzwischen mit ganz wenigen Ausnahmen auf Augenhöhe spielen. Man muss schon mit Blindheit geschlagen sein, wenn man diese Entwicklung nicht erkennt…

Und dazu gehört auch die (Fehl)Einschätzung, dass die deutsche Bundesliga immer noch so etwas wie das Nonplusultra wäre, ohne mit Premier League, bis zu einem gewissen Grad aber auch mit La Liga (Spanien) mithalten kann. Und weil dem so ist, wie das ständig mit patriotischem Kitzeln im Interesse des Verkaufs, der Auflagenzahlen und Einschaltziffern vorgegaukelt und vorgekaut wird, ist dann die Ernüchterung in der breiten Masse der Fans umso größer.

Und da stellt sich dann auch die Frage, ob der langjährige Trainer-Assistent und erfolgreiche Kovac-Erbe bei einem mit Topstars ausgestatteten FC Bayern halt als Löw-Nachfolger doch nicht der Supermann war und ist, als der Hansi Flick nach einer ersten Siegesserie hingestellt wurde. Ehe dieser Nicht-mehr-Hans-im-Glück mit dem Titelanwärter nach Katar kam, hatte er von den zehn letzten Länderspielen nur zwei gewonnen, was aber trotz der aktuellen Statistik- und Bilanzsucht so gut wie niemand beim Nachbarn aufs Korn nahm.

Viel mehr beschäftigte sich ganz (Medien)-Deutschland auch auf Sportseiten mehr mit den Zuständen in Katar, der Rolle der Fifa, den Menschen- und Frauenrechten ebendort bis hin zur Regenbogenschleife, mit der auch Tormann-Kapitän Manuel Neuer unbedingt ein Zeichen hatte setzen wollen, was ihm aber vom DFB mit (angeblich) zu Kreuz kriechenden Funktionären untersagt wurde. Dieses Thema hat sich mit dem deutschen WM-Pleite, zweiter Akt, inzwischen erledigt. 

Wenn Neuer wieder daheim in München ist, dann kann er voll Stolz die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben bei jenem FC Bayern tragen, der so nebenbei einen lukrativen Sponsorenvertrag mit Qatar Airways hat. Bin nur gespannt, ob die Scheichs auch in Zukunft auf Neuer und Co setzen oder sich, wenn daheim der Zinnober vorbei ist, einen anderen Partner suchen. Man sollte nicht vergessen, dass sich gerade diese nicht zimperlichen Machthaber und Milliardäre noch nie gescheut haben, Zeichen in ihrem Sinne zu setzen. Auch das könnte da wie dort noch mit einem Supergau der finanziellen Art enden …

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