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Wer einen weidwunden Djokovic reizt, kann es teuer bezahlen, auch wenn er Alcaraz heißt (nach empfangstörung in Budapest überarbeitet)


Bevor es heute Abend für uns Österreicher ernst wurde bei der LA-WM in Budapest mit der Diskus-Medaillenhoffnung Weißhaidinger und der 400m-Rekordkandidatin Susanne Gogl-Walli, und bevor sich erst entscheidet, ob der neue 100m-Weltmeister Lyles (USA) auch den Doppel- oder gar Triplepack (200m, Staffel) schafft, möchte ich noch einen kurzen Side-Step über den großen Teich zum Tennis machen. In Cincinnati, dem zweiten 1000er-Masters binnen kurzem, hat sich Novak Djokovic mit dem Rücken zur Wand mit einem Dreisatz-Finalsieg-Krimi gegen den 16 Jahre jüngeren Carlos Alcaraz auf Hartplatz für die 5-Satz-Niederlage auf Wimbledon-Rasen revanchiert.

Insofern ebenso spektakulär wie unerwartet, weil es sich bei diesem finalen Drama mit höchster Intensität, aber gemessen an den Protagonisten nicht immer allerhöchsten Niveau, sozusagen um die sportliche Auferstehung eines fast schon Totgesagten gehandelt hat. Als der Djoker den ersten Satz mit 5:7 verloren und im zweiten Satz seinen zweiten Aufschlag mit drei  Doppelfehlern am Stück abgegeben hatte, schien der 20-jährige, vermeintlich dominante spanische Weltranglistenerste drauf und dran, den Wimbledon-Triumph zu bestätigen. Aber je öfter er nach gelungenen Passierschlägen, Netzangriffen und auch Assen die Faust ballte, um zu signalisieren: hallo, ich bin´s, der den Hardcourt regiert, kam die Retourkutsche des Serben, der sich nicht leicht unterkriegen lässt.

Wie heißt´s literarisch so schön: Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn – vor allem dort und dann, wann und wo er weidwund, angeschlagen und verletzlich zu sein scheint. Und genauso hat es sich dann auch in Cincy, der US-Open-Generalprobe abgespielt, für Djokovic übrigens das erste Turnier in den Vereinigten Staaten seit 2020! Mit der Verbissenheit, die ihn nebst anderen Klinkerlitzen für das Gros des Tennispublikums vom vielleicht erfolgreichsten zu einem der unbeliebtesten Stars  der Szene gemacht hat, verbiss sich der Serbe in Spiel und Gegner, wehrte Matchbälle ab, um am Ende mit 5:7, 7:6, 7:6 Nach 3:48 Stunden zu triumphieren.

Das dritte Mal in Cincinnati, das 95. Mal auf der Tour, das zweite Ml in erst vier Duellen mit Carlos Alcaraz, diesem Jung-Twen und jüngsten Weltranglistenersten aller Zeiten. Für ihn  aber war  ´s auch eine Lektion, das Macho-Gehabe mit übertriebenen Gesten zu übertreiben, schon gar nicht gegen einen 23fachen Grand-Slam-Sieger, der am Ende nicht nur Hitze und offensichtlich auch körperlichen Problemen trotzte, sondern auch alle, die ihn an diesem Abend schon abgeschrieben hatte, Lügen strafte, den spanischen Don Carlos inklusive, der dem Erfolg in Tränen nachweinte…

Jetzt bin ich doppelt gespannt, wie sich das atemberaubende, nervenaufreibende Cincinnati-Drama auf die US-Open auswirkt, das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, in dem Alcaraz den Titel verteidigt.

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