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Wertvolle Tennis-Umfrage just, da Werte der Umfragen im Keller sind

Da sage noch einer, österreichische Sportverbände wären untätig oder von gestern. Ganz und gar nicht, nimmt man den Tennisverband als Beispiel zur Hand, immerhin der zweitgrößte in Österreich mit 180.000 Mitgliedern und etwa 400.000, die mindestens einmal im Jahr das Racket schwingen. Und dazu kommt noch, dass die Zahl der Tennisspieler nach einem kurzen Tief seit fünf Jahren ständig steigt, also so etwas ein Thiem-Effekt (noch) da ist.

Was das alles wirtschaftlich bedeutet, wurde bei einer Pressekonferenz mit Magnus Brunner, seines Zeichens Ex-Liga-Spieler, Tennispräsident und VP-Staatssekretär u. a. für Klimaschutz, Mobilität, Innovation etc., den Medien in der Champions Bar des Vienna Marriott Hotels verraten. Und was ist Tennis hierzulande, überspitzt formuliert, wert? 680 Millionen Euro Wertschöpfung mit allen Verknüpfungen, die es zum Tennis gibt, das ergab eine vom Tennisverband in Auftrag gegebene Studie, über die der deutsche Geschäftsführer von SportsEcon Austria, Christian Helmenstein, referierte.


Die Idee, alle dem auf den Grund zu gehen und daraus dann wichtige, womöglich richtige Schlüsse zu ziehen, ist ja grundsätzlich in Ordnung. Warum aber, so hat sich unsereins unwillkürlich gefragt, geht ein ÖVP- und Sportpolitiker justament am Tag, an dem seine Regierung im Parlament möglicherweise auch wegen bezahlter und vielleicht getürkter Umfragen in den Schwitzkasten genommen wird, mit einer noch so netten Umfrage an die Öffentlichkeit? Und zudem just an dem Tag, an dem die Fußball-Nationalmannschaft in Kopenhagen gegen Dänemark um ihre mehr oder weniger letzte, kleine WM-Qualifikationschance kämpft? Ja, warum nicht während einem der beiden großen Turniere in der Wiener Stadthalle oder auf der Gugl in Linz, wenn der Fokus sowieso auf Tennis gerichtet und anders als heute früh auch TV-Teams vor Ort und interessiert sind, das zu senden? Hat etwas an das Sprichwort erinnert, das da heißt: Perlen vor die Säue, weil ja die Werte für Umfragen derzeit im Keller sind …

Und bei dieser Gelegenheit wäre es vielleicht auch richtig und wichtig, eine Pressekonferenz mit dem neuen Sportdirektor des Tennisverbandes anzusetzen, sprich: Jürgen Melzer, mittlerweile 40, aber immer noch als Doppelspieler bei großen wie kleineren Turnieren im Einsatz. Bei der Wertschöpfungs-PK des Präsidenten aber nicht dabei, weil er – höchst löblich – ausnahmsweise bei einem Jugendturnier in Seefeld einigen Nachwuchsleuten auf Kopf, Hände und Beine schaut, ehe er in Wien die zweite Abschiedsvorstellung nach 2019 gibt, diesmal im Doppel an der Seite von – nein, nicht eines Österreichers und schon gar nicht eines der Jungen wie Erler, Milosic oder Anderjic, sondern als Ticketseller mit Olympiasieger Alexander Zverev!

Stadthallen-Siege hin, Meriten her, so schön die mit Grand-Slam-Doppel- und Juniorensiegen gekrönte Vergangenheit von Melzer – hier und jetzt wär´s seine Aufgabe, mit konkreten Plänen gezielt neue Zukunftskapitel aufzuschlagen. Hinter Thiem und der eher verlorenen Generation rund um ihn schaut´s nämlich zappen düster aus für Österreich. Und ohne Galionsfiguren, die dazu animieren, zum Schläger zu greifen, werden sich auch – so ist´s mit Pendelbewegungen – zwangsweise schwindende Zahlen nicht schönen lassen. Erst recht nicht, seit man Umfragen mehr denn je auf die Finger schaut. Dessen jedenfalls müsste sich Staatssekretär Brunner bewusst sein.

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