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Bevor Windtner geht, meldet er sich noch zu dies und jenem zu Wort

Er ist zwar erst designiert und offiziell noch nicht gewählt, hätte mir aber erwartet, dass sich in der vorentscheidenden Phase der WM-Qualifikation der künftige ÖFB-Präsident Gerhard Milletich das ein oder andere Mal zu Fachthemen zu Wort meldet – und nicht der scheidende Boss Leo Windtner, der in Bälde sowieso nichts mehr zum Sagen hat. Ist ja irgendwie noch verständlich, dass Windtner fast gebetsmühlenartig dem immer umstritteneren Teamchef Franco Foda die Mauer macht und öffentlich plakatiert, dass er von einer Trendwende unter dem einzigen Deutschen überzeugt ist, der aus voller Brust die österreichische Bundeshymne singt. Schließlich war´s ja Windtner, der ihn geholt hat!

Aber jetzt mischt sich der demnächst Nicht-mehr-Präsident auch in die Diskussionen um den Fifa-Vorschlag ein, alle zwei Jahre statt wie bisher in einem Vier-Jahres-Rhythmus die (Männer-)Weltmeisterschaft durchzuführen. Auch wenn´s der schon länger nicht mehr (OÖ-)Energie geladene Windtner aus finanziellen wie sportlichen (Quali-)Gründen für verlockend hielte, schlägt er sich als braver Europäer natürlich auf die Seite der Uefa, die den Fifa-Plan strikt ablehnt. Vor allem deshalb, weil die ohnehin schon überstrapazierten Spieler mit neuen Ausscheidungen ein noch dichteres Programm zu absolvieren hätten. Und warum aber, bitte vielmals, wurde auch noch ein dritter Europacup eingeführt und eine Nations League und wer weiß, woran noch geschraubt und gedeixelt wird.


Als präsidialer Apostel oder zumindest Anwalt der politischen Korrektheit – allein das löst ja angesichts der aktuellen Schlammschlachten spontan Heiterkeit aus – hat unser aller Freund Leo aber noch ein anderes Hindernis entdeckt, worüber eine Zweijahres-WM der Männer stolpern könne, wenn nicht müsse. Und diese Hürde wäre? Weil man dann im übertragenen Sinne der Frauen-WM die überlangen, eher maskulinenHosen ausziehen würde! Bei allem Respekt vor der sportlichen Entwicklung, die der Frauenfußball in den vergangenen 20 Jahren nicht überall, so doch in vielen Ländern (auch ohne Fußballtradition) genommen hat, als „Spätzünder“ aus welchen gesellschaftlichen Gründen immer hinkt er halt ziemlich weit hinter dem Männerfußball her.

Keine falsche These, sondern Spiegel der Realität. Da muss man sich nur die leeren Ränge bei den offenbar aus political correctness angeschafften Live-Übertragungen im heimischen, deutschen oder Eurosport-Fernsehen anschauen. Gemessen an diesem (Des-)Interesse, das sei bei aller Gender-Mania auch auf die Gefahr gesagt, verdammt und verteufelt zu werden, müssten andere Sportarten mit heimischen Vorzeigesportlern zumindest so oft ins Bild gebracht werden wie die Fußballfrauen, bei denen es welt- und europaweit ein noch weit größeres Leistungsgefälle zwischen dem kleinen Establishment und den mehr oder weniger Anfängernationen gibt, bei denen die Stunde null noch nicht weit zurückliegt.

Bevor wir uns aber in Grundsatzdebatten verlieren, will ich lieber auf die Aktualität zurückkommen, in der es ums Eingemachte geht, ohne um den heißen Brei herumzureden. Was immer da an Zweckoptimismus verbreitet wird – Foda und sein Team sind aufgefordert, zumindest mit drei Punkten aus dem WM-Doppelpack von Insel (Färöer) und Halbinsel (Dänemark) zurückzukommen. Also Sein oder Nichtsein frei nach Hamlet, was die rotweißrote WM-Chance betrifft. Und dafür haben die Kicker, verdammt noch mal, nicht für einen Teamchef zu spielen, sondern für Österreich. Diesen Zwischenruf hätte ich gern von Windtner zur Aussage eines Spielers gehört…

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