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Franz I. Klammer, für immer Abfahrtskaiser von Österreich

Klammer hier, Klammer da, Klammer überall. Einmal Kaiser, immer Kaiser. Oft bejubelt, nie verteufelt. Einst gefeiert, auf Lebenszeit beliebt und geliebt. Ein Mensch, der menschelt. Ungekünstelt. Natürlich. Feixend. Glucksend. Wie frisches Quellwasser. Auch an die Siebzig. Längst halber Wiener, aber unverfälschter Kärntner. Alles aus dem Bilderbuch. Sein Familien-Leben, nur getrübt durch Bruders Unfall. Sein Ski-Leben, gekrönt durch die Gold-Abfahrt von 1976. Vom Patscherkofel talwärts direkt in den Olymp des Skisports. Spektakulär. Ratternd. Husarenritt eines Teufelskerls.

Unter größtem Druck der Ski-Firma, die damals durchs eigens kreierte, neue Loch auf der Schaufel schauten. Unter Zwang von Millionen an Fans, die gierig auf den bestellten Sieg warteten. Leergefegte Straßen zur Mittagsstunde. High Noon im ganzen Skilande. Er selbst unter Strom und Stress, den er abschüttelte, um beim Spiel mit dem Risiko den Jackpot zu knacken. Franz, der Abfahrtskaiser von Österreich, wurde an diesem Tag geboren. Und als solcher ist er auch in die Geschichte der Zweiten Republik eingegangen. Keine Reizfigur wie andere. Ein Liebkind der Massen. Von einfacher Größe. Denkmal seiner selbst zu Lebzeiten.


Immer noch gefragt und gejagt: Franz Klammer, umringt von Bernhard Russi (2./l) und Herbert Plank (3.)

Klammer, Kaiser Franz, Naturbursch, Golden Boy, Publikumsliebling, Ticketseller – das war und ist natürlich auch der beste Stoff, aus dem Filmträume sind. Spät, aber doch ist er jetzt auch mit jungen Hauptdarstellern im Kino gelandet. Um wie einst der immer noch beste Abfahrer aller Weltcupzeiten mit 25 Siegen die Welt zu erobern, unter englischem Titel: Chasing the Line – frei übersetzt Siege jagen! Als Tribut an den in Innsbruck 76 entthronten Olympiasieger 72, Bernhard Russi, fand die Weltpremiere schon vor einem Monat statt, ehe es in Villach und Wien einen Österreich-Premiere-Doppelpack mit Glanz und Glorie, Stars und Starlets, Wegbegleitern, Schrittmachern und Trittbrettfahrern gab.

Franz mit Eva, einst Freundin, dann Frau seines Lebens, die zur Fahrt des Lebens beitrug. “Liebe verleiht Flügel!”

So glucksend und feixend, wie er es immer war oder sich gab, reagierte der Titelheld als Hauptdarsteller unter Zuschauern auch auf Film und Echo darauf. Einerseits, sich geehrt zu fühlen, dass andere in die Hauptrollen seines Lebens schlüpften, andererseits aber mit dem auf den Punkt gebrachten Kommentar, „dass ich beim Film selber ja nichts zum tuan g´hobt hab´.“ Außer als Legende fremden Personen/Schauspielern zuzuschauen, wie man sich selbst aus eigener Kraft zu einer stilisiert hat. Und Klammer gehört als menschlicher Kaiser und fast übermenschlicher Abfahrtsheld zu den wirklich großen Legenden und Söhnen dieses Landes.

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