Fussball

Gefährliche Kleine und die große Hoffnung, dass Euphorie nach Baku ausbricht

In den Jahrzehnten, die ich beruflich mit der Szene zu tun hab´, kann ich mich nicht erinnern, dass eine noch so unglückliche Heimniederlage wie das 2:3 gegen Belgien jemals eine auch medial propagierte Begeisterung um „neue Helden“ erzeugt hätte. Aber da es aktuell so ist, wie es offensichtlich sein soll, kann man nur hoffen, dass der Schuss heute abends nicht nach hinten losgeht gegen die Aserbeidschaner, die übrigens vor Zig-Jahren zum Teamchef-Sargnagel des alten, neuen Nachtfalken und Goleadors Hans Krankl geworden waren.

Schon damals war´s schwer, diese auch heute immer noch unterschätzten Nicht-mehr-Jausen-Gegner zu schlagen, da muss man nur die Belgier befragen, die mit Ach und Krach ein 1:0 unter Dach und Fach gebrcht haben in Baku, der Hauptstadt des reichen Alijew-Reiches. Und wenn wir schon über ein dürftiges 1:0 reden, dann wurde uns Sonntagabends via Pay-TV ein Musterbeispiel geliefert, wie schwer sich vermeintliche Favoriten mit Heimrecht, nicht mehr Heimvorteil, gegen vermeintliches Kanonenfutter tun.

Hätte es da nicht ein unabsichtliches, nicht zu verhinderndes Handspiel eines am Boden liegenden Färingers und damit einen Elfmeter gegeben, die Tschechen hätten vielleicht nie und nimmer den Weg zum Tor gefunden, weil immer wieder ein Bein, ein Kopf oder auch ein Hinterteil eines heroisch kämpfenden Färöer-Spielers dazwischengekommen war. Ja, so eng ist´s geworden, wenn Große gegen Kleine, ehemalige Europa- oder Vize-Europameister vergangener Zeiten gegen diese Insulaner oder aber Sowjetunion-Nachfolgestaaten antritt, da habenv Krankl auch schon Hickersberger und Prohaska ihre unliebsamen Überraschungen erlebt, die als Schandflecke und nicht Ruhmesblätter in die ÖFB-Annalen eingegangen sind.

Daran wollte ich auch deshalb warnend erinnern, weil die Schere im Gegensatz zu öffentlichen und auch veröffentlichten Meinungen zwischen den Traditionsmannschaften und den Entwicklungsländern schneller zugegangen ist als erwartet. Ich persönlich kann nur hoffen, dass nach dem Spiel in Baku eine echte Euphorie um die erst dritte Euro-Teilnahme ausbricht. Und auch Ersatzleute beweisen, dass sie imstande sind, erste Wahl zu sein …

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