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Herr Bruckner, wie schaut die volle Verantwortung aus, die sie übernehmen?

Wie soll man´s nennen: Paradox? Grotesk? Skurril? Der gleiche Sektor eher rabiater als eingefleischter Rapid-Ultras, die einen maßlos überschätzten gewissen Martin Bruckner mit ihrem maßlos überschätzten Einfluss zum grünweißen Präsidenten gemacht hatten, haben jetzt den Boss der Ex-Rekordmeister-Versager samt seinem roten Geschäftsführer zur Rücktrittsankündigung gezwungen. Sie alle kennen ja Sprichwörter, die sich in Jahrhunderte langen Bestätigungen zu eben diesen stilisiert haben. Sarkastische Beispiele genehm? Wer den Schaden hat, muss sich um Spott (und Hohn) nicht sorgen. Oder, um auf die Pseudo-Fans anzuspielen: Wer sich mit Hunden ins Bett legt, darf sich nicht wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht.

Auch wenn´s weder diesem rabiaten Fußvolk noch der „ vaduz-ten“ Führungs-Riege grün sein sollte, es trifft natürlich auf den Zustand des erfolgreichsten österreichischen Fußballmeisters zu, der in seiner ruhmreichen Geschichte schließlich auch einmal deutscher Meister in einem legendären Finale gegen Schalke geworden war – und auch zweimal in einem Europacup-Finale (der Cupsieger) ebenso wie einmal im Semifinale des Meistercups stand. Seit Jahren allerdings war trotz zweiter und dritter Bundesliga-Rollen (dank der Schwäche anderer Vereine) und trotz einer tollen, oft gut gefüllten Allianz-Arena ein internationaler Abwärtstrend zu registrieren, der nun mit dem blamablen Aus gegen den Fußballzwerg Vaduz aus Liechtenstein den Gipfelpunkt erreicht hat.


Und wie hat der Bald-nicht-mehr-Präsident, kaum attackiert von seinen ehemaligen ziemlich militanten Schrittmachern, reagiert? Martin Bruckner hat bombastisch und vielleicht auch medienwirksam – so wurde es ja aller Orten, Gazetten und Sender berichtet – als Begleitmusik zur angesagten Demission erklärt, „dass ich die volle Verantwortung übernehme!“ Ja, das klingt natürlich frei nach Johann Wolfgang von Goethe (Das Göttliche) edel und gut, ist aber alles andere denn hilfreich für den total gebeutelten, kriselnden Rekordmeister i. R.

Wie schaut denn, Herr Bruckner, die volle Verantwortung aus, die sie so vollmundig übernommen haben? Greifen Sie etwa in ihrem Geldbeutel, um die verlorenen Millionen aus dem UEFA-Topf zu ersetzen? Kommen Sie vielleicht für die vertragliche Weiterzahlung eines Trainerteams auf, wenn man es in einer peinlichen Situation wie dieser trotz schwierigen, finanziellen Zeiten wie diesen entlassen muss, um nicht weiteres Unheil heraufzubeschwören?

Volle Verantwortung, nichts als eine Worthülse, die nichts kostet, also auch nichts anderes als ein Etikettenschwindel, der sich ja mittlerweile unter der Regie geschickter PR-Gurus und/oder Masterminds/Eggheads/Spindoktoren eingenistet und eingebürgert hat. Diese von Pseudo-Fans installierten Pseudo-Präsidenten, die Ämter als Persönlichkeitsprothesen anstreben und bekleiden, müssen unbedingt wieder aus den wichtigsten Fußball- und Sportpositionen entfernt werden, damit nicht noch mehr Schaden angerichtet wird.

Es wäre, bevor der Zug endgültig abfährt, aller höchste Eisenbahn, dass nicht irgendwelche VIP-Lounge und Ehrenlogen-Sesselkleber das Sagen haben, sondern einflussreiche, wirtschaftlich wie politisch unabhängige, aber bestens vernetzte und mit dem Fußball von Kindesbeinen an (als Spieler, Funktionär oder Geldgeber) verbundene echte Persönlichkeiten und/oder Galionsfiguren den Ton angeben.

Solche Vereins-Bosse, wie es einmal ein Geflügel-Draxler, ein Avanti-Nouza oder beim ebenso gebeutelten violetten Rivalen ein Peugeot-Joschi-Walter waren, die wussten, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen. Sie würden sich im Grab umdrehen, hätten sie all diese Mischung aus Pardoxem, Groteskem und Skurrilem erlebt, was mit den beiden größten Wiener Traditions-Klubs auch Österreichs Fußball international in Verruf bringt …

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