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Hupo Neuper: Austreibung einer Egomanie, die unvergessliche Sternstunden beschert hat

Beim Sponsor Volksbank, den meine Wenigkeit vor 50 Jahren auf mehr als 30 Jahre dem Schwimmverband vermittelt ha, präsentiert Hubert Neuper am heutigen Donnerstagabend seine Autobiografie unter dem Titel: Ich darf alles! Freund Hupo geht dabei mit einer fast schon schonungslosen Brutalität mit sich selbst ins Gericht, besser gesagt: mit seinem Ego. Dieser Exorzismus als Selbstfindungsprozess statt Selbstbeweihräucherung muss einem ebensolchen Respekt, wenn nicht Bewunderung abringen wie die tollen Erfolge, die der Skilehrersohn aus Bad Mitterndorf gefeiert hat. Zunächst als Olympiazweiter, Tournee- und Weltcupsieger auf den Schanzen in aller Welt und dann als visionärer Event-Manager jenseits und diesseits des Atlantiks.

Auch wenn sich Neuper in seinem Selbstreinigungs- und Selbstfindungsprozess fast schuldbewusst an die Brust klopft, so müssen wir diesem einst so erfolgsorientierten, extrovertierten post festum danken, dass uns seine (von ihm selbst verdammte) Egomanie so fabelhafte Höhenflüge ebenso wie glorreiche Gala-Abende geschenkt hat. Über allem jenen unvergesslichen „World Sports Award oft he Century“ in der Wiener Staatsoper rund um einen von Emotionen überwältigten „Wahlsieger“ Muhammad Ali, flankiert von Granden wie Pele, Dawn Fraser, Nadia Comaneci, Mark Spitz, Bob Beamon, Dick Fosbury und insgesamt 61 Topstars, darunter die heimischen Formel1- und Skihelden wie Niki Lauda, wie Annemarie Moser-Pröll, Toni Sailer, Karl Schranz, Franz Klammer usw.


Ja, zum Glück hat uns und der Sportwelt dieses egomanische „Springinkerl“ aus dem Preiml- und Stams-Adlerhorst eine Gala beschert, der auch die Spitzen der Weltsport-Gesellschaft wie IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch die Ehre gaben. Was heute beim Nachfolge-Event „Laureus“ von etablierten Großsponsoren finanziert und einem großen Team administriert wird, hat dieser „Hupo“ damals mit wenigen Gleichgesinnten mit höchstem Risiko und auf eigene Gefahr, dabei so schwer zu stürzen wie manchmal auf einer Riesenschanze, wider alle Prognosen und auch gegen alle Neider auf die Beine gestellt. Und wär´s nicht Österreich, hätten ihm nicht (zu spät) vom Gericht abgeschmetterte Neidgenossen unbewiesen vorgeworfen, aus seiner Egomanie hintenherum Kapital geschlagen und sich Millionen in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Eine mediale und danach verbreitete Schlagzeile hat genügt, um ihn nicht nur anzupatzen, sondern fast zur Verzweiflung zu treiben. Jetzt ist Hupo, schon einiges jenseits des 60ers, mit sich und der Familie im Reinen, er hat sozusagen sich selbst aufgearbeitet. Und ich, der ihn als jungen Hupfer anno 1976 mit seinem Alter Ego Armin Kogler (Sturz mit Schulterbruch) als Vorspringer kennengelernt hat, hab Freund Hupo dazu gewinnen können/dürfen, das Vorwort für mein eigenes Anekdotenbuch zu schreiben, das am Montag mit einem ungewöhnlichen, eher irreführenden Titel beim Wies´nfest im Prater präsentiert wird. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, aus der ich demnächst das eine oder andere Kapitel veröffentlichen werde. Jetzt ist Zeit, Hubert Neuper zum Buch ebenso zu gratulieren wie zum 62. Geburtstag, an dem er am heutigen 29. September 2022 reinen Gewissens und mit beflügelndem Vogel V sagen kann: Ich darf alles!

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