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Von Dosenöffnern im Frauenfußball und erfolgreichen Stiefmütterchen im Profigolf

Er hat zwar nicht gewonnen, sondern wurde nur Zweiter beim Weltcup in Paris, dafür aber hat es Ringe-Turner Vinzenz J. Höck aus Graz geschafft, dass man bundesweit von ihm und seinen Leistungen wenigstens mehr oder weniger lange Notiz nimmt! Angesichts dessen, dass bei ihm und anderen TurnerInnen mehr Schweiß fließt als der Euro rollen würde, muss man vor dem tollen Aufschwung der sportlichen Artisten und Akrobaten auf diversen Geräten den Hut ziehen. Vor dem EM- und Universiade-Versilberten ebenso wie etwa vor den Team-TurnerInnen, die zuletzt als Fünfte nur knapp eine Medaille verpasst hatten.

Anders als bei manch Fehlschüssen von den KickerInnen machte das allerdings abseits von Insider- und Expertenkreisen kaum die Runde. Und wenn ich im Vergleich zu Höck und Co. von manch Unvollendeter des Ex-Superstars Dominic Thiem oder seiner weit weniger erfolgreichen Weggefährt(inn)en bei ziemlich zweitklassigen Tennisturnieren ellenlange Aussendungen oder über Gebühr positiv gepolte bis euphorische Berichter lese und höre, dann versteh´ ich die (Sportberichterstattungs-)Welt nicht mehr. Und noch viel weniger, wenn ich lese, dass ein Tor der Fußball-Legionärin Laura Feiersinger in der deutschen Frauenliga ein Dosenöffner war. Oder wenn ich lese, dass die Arsenal-Torfrau Zinsberger, frisch geoutet, gegen Chelsea gleich einen Doppelrekord (Zuschauer und Gegentornull) feiern konnte.


Ja, die Fußballfrau hat hierzulande – auf welch höheren Befehl eigentlich? – medial immer mehr die Hosen an, so wenig Fans können sich zu TV-Spielen am Lande gar nicht verirren. Interessant allerdings, dass der allseits um sich greifende, nicht überall goutierte Gender-Wahnsinn als Me-too-Follow-up-Bewegung sich im Fußball eingenistet hat, aus welch Gründen auch immer aber einen anderen, zumindest so erfolgreichen, wenn nicht erfolgreicheren (Kleinball-)Sport für und bei Frauen aber medial so gut wie ganz ausgrenzt. Ausgrenzt, übersieht oder nicht ernst nimmt, obschon sich die rotweißroten Golf-Proetten in der Beletage des längst nicht mehr adelig-betuchten Beletage-Sports so gut wie noch nie oder besser denn je schlagen. Im wahrsten Sinn des Wortes gegen Weltklasse!

Nichts hätte das die besser unterstreichen können als die Irish Open, bei denen die Tirolerin Christine Wolf schon nach dem Sieg zu greifen schien, ihn ab er mit nur einem einzigen Schlag Rückstand (275 statt 274) schlussendlich als Vierte (man beachte die Dichte!) knapp verpasste. Und mit Sarah Schober aus der Muster-Heimat Leibnitz klassierte sich eine weitere Österreich-Proette als Elfte im ersten Dutzend. Und wer weiß, wozu die eben erst ins Profilager gewechselte  Emma Spitz noch fähig ist, die sich bei ihren  ersten Turnieren als Vierte, Zehnte und Elfe ganz vorn klassiert und zwischendurch sogar auch das elitäre Feld angeführt hat. Im Teletext des öffentlich-rechtlichen ORF habe ich davon allerdings ebenso wenig gelesen wie etwa im Kurier, der immerhin vermeldete, dass Golfprofi Nemecz mit Platz 30 in Paris (French Open) gutes Preisgeld holte, um die Tour-Karte zu behalten. Schon interessant, dass sich da keine Frauenbewegung gerührt hat angesichts der Frauen-Power der Golferinnen. Aber wer weiß, vielleicht will man gar nicht mit Wolf und Co. aus einem anderen Society-Kreis heulen? Und Stiefmütterchen lieber Stiefmütterchen sein lassen.

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