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Im Handball bedeuten Qualifikationen schon den ganz großen Wurf

Österreichs Handballer haben sich zum siebenten Mal in elf Jahren über eine harte Ausscheidung und ohne Gastgeberrecht für ein Großereignis qualifiziert, diesmal für die EM 2022. Aus eigener Kraft, aber auch mit fremder Hilfe, die Estland zuvor mit dem Überraschungssieg gegen Bosnien-Herzegowina geliefert hatte. Als es im Heim-Rückspiel gegen die daheim haushoch überlegenen Bosnier um alles und nichts ging, zeigte das Team Austria auch ohne seinen (langzeitverletzten) Topstar Bilyik sowohl Nervenstärke als auch Klasse, um einen 27:23-Sieg und damit den zweiten Österreich-Triumph binnen wenigen Tagen nach der auswärts fixierten WM-Qualifikation der Damen gegen Polen zu feiern.

Was also Erfolge betrifft, die zu großen Endrunden führen, befinden sich unsere HandballerInnen zumindest auf Augenhöhe mit den größeren Brüdern wie Schwestern des Fußballs, wenn nicht sogar einen kleinen Schritt weiter. Allerdings nur sportlich und noch lange nicht, was das mediale Echo betrifft, da hinken die heimischen HandballerInnen nicht nur den Kickern weit hinterher, sondern auch und vor allem den Deutschen mit deren Bundesliga, die als beste und – anders als hierzulande – auch bestbezahlte unter allen Handballligen der Welt gilt. Wer sonst, wenn nicht alte und jüngere Deutschland-Legionäre von Szilagyi und Dittert bis Weber und andere, die sich dort einen Namen gemacht haben, können das bestätigen.


Sie haben sich individuell höchsten Respekt verschafft, konnten es aber nicht aufs Kollektiv in der Nationalmannschaft übertragen. Da musste sich Österreichs Handballteam in der letztlich doch erfolgreichen EM-Qualifikationen zwei Lektionen gefallen und erteilen lassen. Auch deshalb, weil Masse und Klasse halt in Relation stehen. Drum zählen die Deutschen im Handball (wie im Fu0ball) immer zu den Titel- und Medaillenanwärtern. Und Österreich immer noch zu den Außenseitern, die hin und wieder Favoritenschreck spielen können und dürfen. Es kommt halt immer darauf an, welches Maß man bei Erwartungen anlegt. Und ob man bei allem rosaroten rotweißroten Optimismus nicht die Realität aus den Augen verliert, dass schon jede Qualifikation einen großen  Wurf bedeutet. Alles andere ist nicht ausgeschlossen, wäre aber ganz bestimmt eine echte Sensation…

 

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