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Lokalaugenschein LaVille: Von Padel-Courts, Gottes Segen und irdischen Trends

Der Einladung des Tennis-Evergreens Hans Kary hatte ich an diesem heißem, schwülen Freitag den Lokalaugenschein zu verdanken, an dem es beim TC La Ville neben den Alt-Erlaa-Wohntürmen einen himmlischen wie irdischen Doppelpack gab. Zum einen mit Gottes Segen, den Johannes Paul Chavanne, ÖOC-Ordenspriester aus dem Stift Heiligenkreuz, zur Einweihung der vier neuen Padel-Tennis Courts spendete. Zum anderen mit den Wiener Tennismeisterschaften, die auf den vorderen Sandplatz-Courts der pompösen Union-Anlage ausgetragen wurden. Sozusagen das Vorspiel zum Vienna Open, einem 25.000-Dollar-Turnier, zu dem Montag der Aufschlag erfolgt – eine Woche vor dem Tulln-Herren-Challenger, organisiert vom Leitgeb-Sohn Florian.

Wer von den mehr oder weniger talentierten wie etablierten ÖTV-Damen jetzt bei der 25.000-Dollar-Trophy dem engagierten Hausherrn Raimund Stefanits die Ehre gibt, weiß man noch nicht. Fix hingegen ist, dass die in Sommerhitze frisch gebackene Wiener Meisterin mit einer Wildcard mitspielt. Diese Chance verpasst hat hingegen die farbige Ema Lina Picorusovic vom TC Donaufeld mit einer klaren Niederlage im Semifinale. Da halfen der weit älter als putzige 15 Jahre wirkenden Ema Lina auch die Anfeuerungen und Tipps von Mama und Schwester ebenso wenig wie ein knallhartes Service, das allzu oft zu Doppelfehlern führte, oder aber herausgespielte Chancen, die sie immer wieder mit Überpowern verjuxte. Nichtsdestotrotz scheint das Fräulein mit Afro-Serbischen Wurzeln über Potenzial zu verfügen, hat sie es doch im Einzel heuer auf die imposante Bilanz von 21 Siegen bei nur vier Niederlagen gebracht, inklusive Doppel lautet die Statistik immer noch stolze 35 zu12 Erfolge …


Sportaffiner Olympia-Mönch Chavanne (l., l. b.), LaVille-Boss Stefanits, Wien-Union-Chefin Schmidt.

Wie bei ihr, so wird man auch bei anderen jungen ÖsterreicherInnen mit oder Migrationshintergrund ohne allzu viel Vorschusslorbeeren abwarten müssen, wie sie sich beim Übergang vom Jugend- und Juniorenalter in die Allgemeine Klasse weiterentwickeln. Eben da liegt, wenn ich mir diese Meinung herausnehmen darf, der Hase im Pfeffer. Angefangen von Hans-Peter Kandler, einem hochgejubelten Jugend-Europameister, der dann nicht Spitzenspieler, aber immerhin tüchtiger Anwalt wurde, bis zu Lucas Miedler, vor mehr als zehn Jahren ebenfalls Jugend-Europameister und als Star von Morgen gepriesen, der aber schlussendlich leider nur eine Sternschnuppe geblieben ist, aus welchen Gründen auch immer.

Und wenn ich bei manch älteren Semestern mit meiner Ansicht auf Ablehnung oder taube Ohren stoße – angesichts des immer besseren Materials, des immer höheren Tempos und der immer größeren Wucht der Schläge und der darum auch immer wichtigeren Macht des Service spielen Größe und Reichweite vor allem bei den Herren eine immer bedeutendere Rolle. Man muss sich nur die Post-Thiem-Generation anschauen, bei der mit ganz wenigen Ausnahmen fast alle jüngeren Granden auch über Gardemaß von knapp 1,90 bis weit über zwei Meter verfügen, von Medwedew bis Tsitsipas, von Rublew bis Kyrgios, von Sinner bis Berrettini, von Hurkacz bis Korda, von Fritz bis Cressy, ganz zu schweigen von einem Isner (2,07m) oder gar Reilly Opelka (2,11m).

Abwarten, ob es einem Fighter mit knallharten Schlägen wie Carlos Alcaraz (1,85m) gelingt, zu einer erfolgreicheren Ausnahme von der neuen (Maßstab-)Regel zu werden als der extrem talentierte, mit Antizipation und Spielwitz gesegnete Diego Schwartzman, für den als fabelhafter Tenniszwerg (keine 1,70m) die Tür zu ganz großen Titeln für immer verschlossen bleibt. Darauf möchte ich wetten, weil sich zumindest das Herren-Tennis immer mehr in „höheren“ Sphären bewegt…

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