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Ballsport

Milliardär Synder oder: Wie in den USA die Politik den Sport zum Spaltpilz macht

Eigentlich geht´s uns ja hierzulande nichts an, warum sich was im US-Profisport mitunter auch politisch punziert abspielt. Da aber bekanntlich vieles und nicht immer nur Gutes aus dem Land der doch oft beschränkten Möglichkeiten und einer medienpolitischen Schwarzweißmalerei zu uns schwappt, könnte es sich ja auch bei uns angesichts einer immer mehr gespaltenen Society demnächst einnisten. Wenn Sie, werte Blog-Freunde, nicht wissen, wovon ich jetzt rede bzw. schreibe, dann geht es darum, dass sich seit geraumer Zeit auch im Mekka des Kapitalismus und des kommerziellen Sports sowohl politische Einflussnahme als auch politische Korrektheit immer mehr ausbreiten, sich also auch durch mediale Unterstützung immer mehr Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen.

Als Initialzündung dazu diente die brutale Misshandlung des Afro-Amerikaners George Floyd durch weiße Polizisten, die tödlich endete und den Anfang eines wochenlangen, mitunter hysterischen Proteststurms bis hin zu einem Jahre nicht mehr gekannten Vandalismus in den USA markierte. Das sei der Ordnung halber und auch der Wahrheit entsprechend angemerkt, ehe ich in aller Bescheidenheit darauf verweisen möchte, dass sich dieser „Machtkampf“ von der Straße mittlerweile auf andere Ebenen verlagert hat – zum einem auf eine verbale, semantische, zum anderen aber auch auf eine personelle und damit auch politisch gefärbte. Nicht etwa, dass da womöglich geleugnet werden soll, dass die Afro-Amerikaner bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts von einer weißen Hierarchie unterdrückt wurde, ehe sie ihre Rechte bzw. Gleichberechtigung endlich durchsetzen konnten/durften.


Wie sehr aber seit dem Floyd-Skandal und dazu der Me-Too-Bewegung das Pendel wie auf Befehl geradezu schlagartig in die gegenteilige Richtung ausgeschlagen hat, das nimmt radikale, aber auch seltsam-skurrile Formen an. Seit den 30er-Jahren hatte es, zunächst in Boston, dann in Washington den NFL-Klub unter dem Namen Redskins gegeben, bevor er nach fast 90 Jahren aus dem Vereinsregister als Beleidigung der indigenen Indianer gelöscht und erst später durch die Commanders ersetzt werden musste. Aber damit nicht genug, soll jetzt auch der „Oberkommandierende“, also der steinreiche Klubchef Dan Snyder (Foto/5,9 Milliarden $, Forbes), der das Team im Jahre 1999 übernommen hatte, über die Klinge springen. Was wird ihm, dreimal dürfen sie raten, vorgeworfen? Zu hartes Brot, schlechtes Arbeitsklima und sexuelle Übergriffe, aber eher verbaler denn handgreiflicher Art gegenüber längst entlassenen Mitarbeiterinnen.

Fragt sich nur, weshalb man davon gut 20 Jahre lang nichts gehört hat? Unterdrückung, was sonst, nicht wahr, oder? Ich höre zwar kein Gras wachsen, würde aber sagen: Man ist verstimmt, weil man doch die Absicht merkt, die dahinterstecken dürfte. Interessant, dass just Indianapolis-Colts-Boss Jim Isray, der viel Geld in den Wahlkampf der Demokraten butterte, lauthals für den Rauswurf des Republikaner-Freundes Sam Snyder aus der NFL-Riege plädiert. Ja, so ist das, wenn es darum geht, politische oder einfach anders als der offizielle Mainstream tickende Gegner anzupatzen. Das wage ich auch aus der Ferne zu sagen, weil´s ein beliebtes Mittel zum Zweck geworden ist…

Und zu der, so scheint es, doch sehr gesteuerten, einseitigen Betrachtungsweise, passt auch die kürzlich geradezu vorwurfsvoll veröffentlichte Personal-Statistik, dass die NHL, also die wichtigste Eishockey-Liga der Welt, mit 84 Prozent weißer Beschäftigten viel zu weiß wäre. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, dass es gerade 40 Jahre her ist, dass mit Val James der erste in den USA geborene Afro-Amerikaner mit den Buffalo Sabres ein NHL-Spiel bestritt – ein kurzes Vergnügen, bevor er am Saisonende nochmals ran durfte. Eine Revolution löste er damit aber nicht aus, auch wenn´s danach einen Super-Goalie wie Grant Fuhr gab. E(is)volution findet nicht über Nacht statt.

Was meistens rauskommt, wenn sich Politik zu sehr ins Sport-Ggeschehen einmischt, das kennen und wissen wir hierzulande ja zur Genüge, politisch korrekte Wortklauberei inklusive. Wo dem so ist, dort finden sich dann meist Fässer ohne Boden. Und meist gehen mit verschüttetem Inhalt auch die Erfolge aus. Daran ändern ein paar, meist von Solisten oder aber Beflügelten gelieferte Highlights nichts.

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