Fussball

Neue Titel, alte Hüte

FlyerAlarm in der Südstadt! Kaum gehörte er zu den Engeln, die Admira-Wacker den Abstieg erspart hatten, schon wurde er heimlich, still und leise zum Teufel gejagt. Also: Ernst Baumeister raus, Franz Wohlfahrt als Ex-Stuttgart-Kollege von Kroaten-Trainer Soldo rein. Und wenn schon Wechsel der Person, dann kriegt auch der neue Mann ein neues Mascherl. Nein, nicht mehr Sportdirektor wie drei Jahre bei Austria und zuletzt in Oberwart, mit dem Comeback auf höchster Ebene – wenn auch eher unten angesiedelt – darf sich der Franz jetzt Geschäftsführer Sport nennen.

Was und welche Arbeit bitt´schön, abgesehen von ein paar Bei- und sonstigen Federstrichen, unterscheidet einen Geschäftsführer Sport von einem Sportdirektor? Die Vielfalt der Aufgaben, von denen in der Admira-Aussendung die Rede ist, wird´s ja wohl vordem auch schon gegeben haben, oder? Aber da es mit Felix Magath, dem Champions-League-Sieger als HSV-Star und mehrfachen Meistermacher als Trainer einen Ober-Boss gibt, orientiert man sich in der Südstadt halt an einem deutschen Vorbild! Und wer ist das, von dem sich die auch ohne Corona-Zwänge zuschauer-arme bis publikums-lose Admira das abkupfert? Nein, nicht etwa vom FC Bayern, sondern der Werkself eines der großen Pharma-Riesen, sprich Bayer 04 Leverkusen. Der hat schon im Vorjahr den Geschäftsführer-Doppelpack mit Ex-Torjäger Rudi „Tante Käthe“ Völler für den Sport und mit dem spanischen Deutschen oder deutschen Katalanen Fernando Carro de Prada fürs Wirtschaftliche geschnürt. Ehrlich gesagt, den Unterschied zwischen den beiden Klubs möchte ich (als schlechter Cello-Lehrbub) gern Klavier spielen können, dann hätt´ mit mir auch meine Familie mehr als nur auf Lebzeiten ausgesorgt!

Zur Bestätigung dieser keineswegs gewagten These seien vergleichsweise zwei Transfers genannt: Während Admira den U21-Nationaspieler Kalajdzic im Vorjahr quasi um ein Butterbrot an den VfB Stuttgart verscherbeln musste, kann sich mein alter, jüngerer Barcelona-Freund Fernando als Ökonomie-Capo die Hände reiben, weil beim im Raum stehenden, aber noch nicht vollzogenen Verkauf von Jungstar Kai Havertz die Kassa klingelt. Derart laut und lang, dass man sich um die erhofften 80 und mehr Millionen Euro wieder ein paar Topspieler leisten kann. Ob sich beim Ausbildungsklub Admira-Wacker mit einem Geschäftsführer Sport statt eines Sportdirektors so schnell etwas in dieser Richtung ändert, das sei einmal dahingestellt. Wie schön man ein Packerl aufmascherlt, mag zwar Eindruck auf den ersten Blick schinden. Aber es kommt a la longue halt nie auf die Hülle, sondern die Fülle an, sprich: den Inhalt. Alles andere ist ein PR-Schmäh – und Vorspiegelung falscher Tatsachen. Oder andersrum: Etikettenschwindel, der mit hochtrabenden Namen alte Hüte verkauft…

Zum Kommentieren hier klicken

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meist gelesen

To Top

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen