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Golf

Ob Frau, ob Mann – heimisches Golf läuft vielen anderen SportlerInnen den Rang ab

Mir ist bewusst, dass ich mir keine (Tennis)-Freunde mache, wenn ich diesen Blog schreibe. Aber gemessen an der überproportionalen Berichterstattung über – abgesehen vom einst erfolgreichen Dominic Thiem – internationale Micky Mäuse müssen sich ja heimische Profi-GolferInnen wie mediale Armutschkerln vorkommen. Mittlerweile nicht nur die Herren dank US-PGA-Star Sepp Straka, Bernd Wiesberger, Matthias Schwab und wenn er fit ist, auch Lukas Nemecz, vordem die Pionier-Legende Markus Brier, sondern auch drei heimische Damen, genannt Proetten.

Um sowohl der Erinnerung nachzuhelfen als auch der Aktualität gerecht zu werden, sei auf Christine Wolf aus Tirol verwiesen, für viele eine unbekannte Größe. Aber Wolf hat schon einmal ein Turnier der Ladies European Tour gewonnen und danach sogar Platz drei in der Jahreswertung errungen, ohne dass diese Sensation von einem Großteil der Medien-Kollegenschaft an eine ähnlich große Glocke gehängt worden wäre wie das gescheiterte Demir-Experiment bei Barcelona, das schlussendlich in den Abverkauf in die elterliche Türkei-Heimat endete.


Nur Frage der Zeit, bis Profi-Neuling Emma Spitz (l.) so zuschlägt wie neuerdings wie die routinierte Christine Wolf.

Christine ist kein (e) Wolf im Schafspelz, sondern nach einer längeren Pause, zu der man heutzutage Sabbatical sagt, wieder schwungvoll, schlagfertig, treffsicher und erfolgshungrig wie in ihren besten Tagen und Zeiten. Darum auch liegt sie zur Halbzeit der Swiss Open mit einem Score von acht unter Par immer noch an zweiter Stelle, während die erst vor kurzem ins Profilager übersiedelte Emma Spitz auch in ihrem dritten European-Tour-Turnier wieder den Cut geschafft, mehr noch: nach verhaltenem Start sich wieder unter die Top 20 gespielt hat. Damit hat sie es nach einem elften Rang beim Debüt und einem vierten Platz beim zweiten Profi-Start wieder in der Hand hat, ein Topresultat zu erzielen. Und als Dritte im Bunde gelang auch der – wie Spitz – im US-College geformten Steirerin Sarah Schober heuer ein zweiter Platz, der mit einer Einladung zum Scottish Open (Cut gemacht) belohnt wurde.

Alles zumindest in der Beletage des Damengolfs in Europa, das sich durchaus mit den US-Ladies messen kann, sonst hätte ja nicht eine ehemalige deutsche Amateur-Europameisterin wie Sophia Popow mit dem British-Open-Klassiker eines der wichtigsten Major-Turniere gewinnen können. Es wird allmählich Zeit, dass dieser höchst erfreulichen rotweißroten Entwicklung in einem hierzulande oft immer noch für ein Elitär-Event gehaltenen Weltsport – von Ausnahmen abgesehen – auch medial mehr Rechnung getragen wird.

Sportlich haben die drei besten Golf-Damen und Golf-Herren ja abseits von Ski und Schnee, Pisten und Schanzen vielen heimischen SportlerInnen längst den Rang abgelaufen, ohne ihnen auch die (Medien)-Show zu stehlen. Vor 30 Jahren hätte man noch von rotweißroten Wundern gesprochen, die mittlerweile im Golf fast schon selbstverständlich bis achselzuckend registriert werden. Wahrscheinlich muss ein Major-Sieg her, damit Golf keine Maus bleibt, die zu leise brüllt …

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