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Leichtathletik

Österreichs Leichtathletik: Wenige Glanzlichter, aber pauschal Lichtjahre hinten

Kaum waren die erfolgreichen Schwimm-Weltmeisterschaften vorbei, zumindest im Synchron-Pool und im 50m-Becken, gingen auch die heimischen LA-Meisterschaften in St. Pölten über die Bühne. Auch wenn da und dort einer oder eine der wenigen Klasse-Athleten nicht am Start war, auch wenn der WM- und Olympiadritte Lukas Weißhaidinger trotz Rückenproblemen mit dem Diskus eine Weltklasseweite lieferte, auch wenn Sprinter Fuchs zumindest über 100m in 10,20 eine Leistungsbestätigung gelang – summa summarum hinkt die österreichische Leichtathletik ganz ohne Schwarzmalerei nicht nur gegenüber der Welt-, sondern auch der Europaklasse um Lichtjahre hinterher.

Hierzulande wirst du etwa Meister über 400m ohne Hindernisse mit einer Zeit, die um 2,7 Sekunden schlechter ist als der Weltrekord des Norwegers Warholm über 400m mit Hürden! Taktik hin, Taktik her – bei uns gewinnt man 800m oder 1500m in Zeiten, die zehn bis knapp 25 Sekunden hinter Siegerzeiten bei Diamond-League-Meetings liegen! Und solches gilt auch bei den Damen, bei denen man die 800m mit einer Zeit gewann, die 14 Sekunden hinter der früher hochgejubelten, dann ohne positiven Dopingtest niedergemachten Stephanie Graf liegt. Oder die 1500m, die gut 20 Sekunden langsamer sind als der Kiesl-Rekord aus dem 20. Jahrhundert! Und was den Hammerwurf der Männer anbelangt, dann kommt der Meister 2022 nicht einmal bis auf zehn Meter an die Bestweite des ehemaligen Weltranglistenführenden und – weil lädiert – olympischen Pechvogels von Tokio 1964, den Sportsoldaten Heinrich Thun (69,77m/Alter 84), heran. Ein lebendes Relikt, das nachdenklich stimmt.


Zeiten und Weiten lügen nicht, schon gar nicht, wenn man sie in Relation zur internationalen Klasse betrachtet. Warum Rotweißrot in einer der klassischsten und auch weltweit populärsten aller Sportdisziplinen über die Jahre und Jahrzehnte hinweg so ins Hintertreffen geraten sind, das wäre durchaus einer eingehenden Untersuchung wert. Und würde a la longue nicht nur für die Leichtathletik, sondern mit ihr als Vorbild auch viel für die Fitness und über die Lauf- und Marathon-Fans hinaus für die Volksgesundheit bringen. Auch Springen, Hürden nehmen, Bewegungsgefühl und Geschicklichkeit sind und bleiben über gesammelte Kilometer hinweg wichtige Komponenten, um im wahrsten Sinn des Wortes auf dem Laufenden zu bleiben.

Und dazu würde man nicht nur vordem unbekannte sportliche Selbstdarsteller wie Polit-Barometermacher Filzmaier brauchen, sondern (Leicht-)Athleten, die wie Weißhaidinger als leuchtende Vorbilder im Kampf gegen die Weltbesten ihre Frau oder ihren Mann stehen. Wie früher von Prokop und Sykora, Gusenbauer und Janko, Käfer, Kiesl und Graf, Thun, Zeilbauer, Werthner, Millonig, Konrad, Nemeth (+) bis zum sorgsam aufgebauten Diskushünen Luki. Das will ich gesagt und geschrieben haben, auch wenn man mich darob wie so oft als Nörgler und Negativisten hinstellen sollte. Es ist, wie es ist. Wer sich lieber gut geschminkt in die Auslage stellen will, der schaut nicht so gerne der ungeschminkten Wahrheit ins Gesicht!

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