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ÖSV-Slalomdamen und Floskel: Wenn´s laft, dann laft´s…

Wenn heute am Sljeme in Zagreb das erste Weltcup-Rennen des neuen Jahres mit einem Slalom der Damen steigt, dann gibt´s auch eine Fortsetzung im Kampf der ÖSV-Torlaufgruppe gegen den seit November 2014 (Hosp, Aspen) andauernden Siegesfluch. Schier unglaublich, aber wahr, dass die ÖSV-Damen zwar mehrmals nahe dran waren, es aber letztlich doch nicht gelungen ist, in sechs Jahren das Gesetz der (Negativ-)Serie zu durchbrechen. Wie zuletzt am Semmering, als endlich die vermeintlich Unschlagbaren namens Shiffrin und Vlhova distanziert wurden, letztlich aber der im Finale mit Laufbestzeit auftrumpfenden Katharina Liensberger der Wimpernschlag von 0,11 Sekunden zum fast schon historischen Triumph (gegen Michelle Gisin, die Slalom-Siegpremiere feierte) fehlten! Verflixt und zugenäht, so könnte man dazu sagen. Aber in dieser knappsten aller Niederlagen seit langem steckt auch die Hoffnung, dass das Pendel über kurz oder lang in die andere Richtung ausschlagen könnte.

Konjunktiv deshalb, weil in solch Herzschlag-Entscheidungen auch die Gefahr stecken kann, dass der Schuss insofern nach hinten losgeht, weil Siegeshunger und Erfolgsgier mitunter zu Übermut verleiten, der selten guttut. Womit wir, was Ski-Akademiker mitten ins Herz trifft, bei einer Floskel angelangt sind, die auch die klügsten Köpfe bisher (noch) nie enträtseln oder in aller Weis- und sonstigen Belesenheit ad absurdum führen konnten. Und wie, bitt´ schön, heißt die? Schlicht und einfach, kurz und bündig, frei nach dem unvergessenen Slalom-Genie Rudi Nierlich: Wenn´s laft, dann laft´s! Ins Hochdeutsche übersetzt ließe es sich auch so formulieren: Fährst du mit der Leichtigkeit des Seins, dann wird jede schwere, hohe Hürde zum Schein!


Ja, das wäre das Rezept auch für Liensberger, eine der vielen Slalom-Kathis, die das Zeug dazu hätten, nein: tatsächlich haben, den Fluch der Sieglosigkeit zu durchbrechen, gar keine Frage vom Talent und vom Können her. Aber nichts wäre verfehlter und gefährlicher, als die Vorarlbergerin oder Katharina Truppe, Chiara Mair oder Franzi Gritsch immer wieder daran zu erinnern, wenn nicht mahnend den Zeigefinger zu erheben, dass es höchste Zeit wäre, endlich…. Für die Slalomdamen gilt wie für alle sogenannte ewige Zweite (oder Dritte) auch ein anderer Stehsatz, der in aller Bescheidenheit schon vielen (nicht nur) Skisportlern als wichtiger und richtiger Wegweiser zum Erfolg gedient hat: Du kannst, auch wenn man es oft so genannt wird, das Schicksal und Glück nicht (er)zwingen, du musst speziell im Skirennsport geduldig warten können, dass es passiert. Wie Liensberger es beim Finale furioso am Semmering selbst gespürt und demonstriert hat, so ist´s wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass aus diesem Wunsch endlich Wirklichkeit wird – trotz Vlhova, Shiffrin und Gisin.

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