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Sag laut Servus zum Wings für Life Run und Adieu zu virtuellen Comeback-Storys

Mit großem Interesse und noch größerer Verwunderung habe ich Montagabend die Sendung „Sport & Talk im Hangar“ im Servus-.TV verfolgt, die so fabelhaft mit dem „Wings for Life World Run“ in Wien begonnen hatte. Welch eine tolle Initiative und welch ein lautes Signal der Hoffnung für alle querschnittsgelähmten Opfer, die da vom RedBull-Milliardär Didi Mateschitz ins Leben gerufen und gegeben wurden. Und welch Emotionen, die da die persönlichen und familiären Schicksalsschläge des ehemaligen Motocross-Weltmeisters Heinz Kinigadner, aber auch des DJ Ötzi, bürgerlich Gerry Friedle, nicht nur bei mir auslösten, sondern Abertausenden anderen Zusehern.

Und allen, die mitmachten, besser gesagt: mitliefen oder mitrollten, ob Promis oder Ungenannte, muss der Applaus gelten, wieder ein paar Millionen, weltweit vielleicht das Zigfache, gesammelt zu haben, damit die Forschung noch besser und schneller auf dem Laufenden bleiben kann. Nichts wäre schöner und sentimentaler, als gäb´s so ähnlich ermunternde Comebacks wie jenes des am Kulm vor Jahren so schwer gestürzten Skispringers Lukas Müller, der dank Medizin, Reha und eisernen Willens inzwischen den Rollstuhl verlassen hat, um auf eigenen Beinen zu stehen und auch zu gehen …


Und um Comebacks nach mehr oder weniger schweren Verletzungen ging´s dann unseres aktuell erfolglosen Tennis-Darlings Dominic Thiem wegen als Generalthema im zweiten Teil der Sendung, wobei neben den drei „Hauptdarstellern“ auch drei Pappfiguren aufgebaut waren.

Zum einen jene der frisch kurz-frisierten Nici Schmidhofer, die nach dem kapitalen, fast fatalen Horror-Sturz in Val d´Isere 2021 das erste, nur teilweise geglückte Comeback abgebrochen hat, um jetzt voll neuer Energie einen neuen Anlauf zu nehmen, wieder die alte zu werden, die Junioren- und echte Weltmeisterin, Weltcupsiegerin und Speed-Weltrekordlerin war.

Zum anderen die des Clemens Doppler, immerhin Vizeweltmeister im Beachvolley, Europameister und Turniersieger mit Alexander Horst, mehrmals verletzt, fast immer erfolgreich wieder zurück und trotz fortgeschrittenen Alters (noch) immer nicht am Sand. Alles, wie bei „Schmidi“, nicht zuletzt des Widerstandswillens als wichtigster Triebfeder wegen.

Und wer war der Dritte im Bunde, der am Boden zerstört gewesen sein soll, ehe er wie Phönix aus der Asche steigen konnte? Thomas Muster, der sechs Jahre nach dem folgenschweren Auto-Crash in Miami mit einem dabei total zerfetzten Knie dann unser erster Grand-Slam-Sieger und auch Nr. 1 im Tennis wurde? Etwa „Herminator“ Maier, dessen sensationelle, unglaubliche Sieges-Comebacks nach Nagano-Abflug und Zweirad-Unfall seinem Ruf als „eiserner Hermann“ mehr als gerecht geworden waren?

Nein, nein, da hat man sich geirrt. Rein zufällig fand sich im Hangar-Studio auch einen Papp-Antonitsch, den der selbstgefällig bis selbstverständlich agierende Alex höchstpersönlich vom Ellbogen über beide Knie bis zum Sprunggelenk mit „Pickerln“ verklebte, um zu veranschaulichen, warum er jahrelang schmerzgeplagt auf „Voltaren-Diät“ gelebt und gespielt hätte.

Aber wo bitte vielmals, sehen wir einmal von Seoul (50.000-Dollar-Turniersieg im fernen Fernost) und zwei Daviscups (NZL, Kanada) ab, war das großartige Comeback des Kärntners? Haben wir ein tolles Grand-Slam-Resultat übersehen? Einen fast so tollen Turnier-Triumph vor oder nach der Voltaren-Diät? Oder zumindest einen halben großen Doppel-Titel, von denen etwa ein Jürgen Melzer gleich mehrere besitzt? Fehlanzeige!

Aus Alex, dem verhinderten Tennis-Star, ist nämlich ein flotter Kommentator geworden, der wie beim Inselhüpfen von einem Sender zum anderen wechselte, ehe er – sozusagen auch Thiem-TV-Anwalt – als Kitzbühel-Turnierdirektor beim Thiem-Sender eher lauthals „Servus“ sagte. Und wes Brot ich ess´, dess´ Lied ich sing, dieses Sprichwort lässt sich sozusagen ja auf den Kopf stellen. Motto: Wen ich einkauf, den stell ich auch in die Auslag´. Und so sagt Servus auch Servus zu allem, was Antonitsch sagt, also: frisst ihm frank und frei aus der Hand, die frisch und fröhlich die Pickerln auf Papp klebt.

Was sich weit erfolgreichere Spieler dabei denken, möchte ich nicht wissen. Aber eines sei angesichts der geradezu unverschämten Vorspiegelung falscher Tatsachen geschrieben: Werter Voltaren-Diät-Opfer: Reden wäre Silber, Schweigen aber nicht nur manchmal mehr als Gold!

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