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Schiedsrichter, Video-Referees und Richter, die mal so, halb so entscheiden

Vor lauter Wetterkapriolen und WM-Absagen, altbekannten Neuinfektionen und neuverordneten Aussperrmethoden, Söder-Interventionen und fantasievoll-blu(e)migen Insolvenzen, hab´ ich doch glatt darauf vergessen, eine für meine bescheidenen Begriffe so hochbrisante wie hochinteressante Entscheidung zu kommentieren. Jetzt werden die Blog-Leser natürlich fragen:  Und worum ist es dabei gegangen, bitte vielmals? Bei welchem Spielfeld oder Sport hat wer wann was worüber entschieden? Der Reihe nach: Es geht um Fußball, genauer: Premiere League, noch genauer das 9:0 von Manchester United gegen Southampton, den Alle-Neune-Kegel-Spezialisten, betreut von Ralph Hasenhüttl als Deja-Vu-Trainer.

Es geht aber nicht ums Endresultat, sondern um eine Entscheidung beim Stande von 0:6 in der 87. Minute, eine doppelte und für Southampton doppelt harte Tatsachen-Entscheidung, die der Referee nach Floh-ins-Ohr-Konsultation mit dem Video-Schiedsrichter (VAR) getroffen hatte. Er entschied nicht nur auf Elfer gegen Southampton, als zweiten „Penalty“ gab´s (regelkonform?)) auch noch die rote Karte für Verteidiger Bednarek, womit die „Brutalo-Saints“ nur noch Neune (!) und ein leichtes Opfer für drei weitere Tore (1 Elfer, zwei weitere Angriff). Getreu dem Sprich: Humor ist´s, wenn man trotzdem lacht, konnte sich unser „Hasi“ ein zynisches Lächeln nicht verkneifen, gefolgt vom Satz: „Wir sind damals aufgestanden und wir werden wieder aufstehen!“


Er meinte sportliche Auferstehung und nicht den rechtlichen Aufstand, den Fußball-Juristen und (Profi-)Sport-Paragrafenreiter eigentlich aufgrund der Folge-Entscheidung treffen sollten, die die Richter der Football Association (FA) zwei Tage nach dem 9:0 fällten. Dieser Senat kam nach Ab- und Rückspulung der umstrittenen Elfer-Szene zum Schluss, dass es zwischen fallendem Stürmer und zu spät einschreitendem Bednarek gar keine Berührung gegeben habe, die rote Karte daher nicht rechtens gewesen wäre und darum auch samt automatischer Sperre aufzuheben sei! Der langen Rede kurzer Sinn: Mehrfach-Fehlentscheidung mit Mehrfach-Folgen, weil es keinen Elfer hätte geben dürfen, der zu Rot, zum 7:0, zur weiteren numerischen Schwächung und zwei weiteren Toren am Tag der offenen Türen führte. Eine Tatsachenentscheidung wurde inklusive Begründung aufgehoben , die anderen sind, eh klar, Tatsachenentscheidungen geblieben. Interessante Haar- oder Paragrafen-Spalterei aus Sicht eines juristischen Dilettanten,

Jetzt frage ich mich als Law-Laie: Kann, nein: darf sein, dass Richter zwar einen Kardinalfehler als Ausgangspunkt allen (Saints-)Übels korrigieren, alles Weitere aber so bleibt wie gehabt, also 9:0 für Manchester United, das nie zuvor in der Liga einen derart hohen Sieg hat feiern können, der sich in der Tordifferenz im Kampf um den Meistertitel möglicherweise … nein, so weit wollen wir als Verschwörungstheoretiker nicht spekulieren, weil nur ein Schelm sein kann, der so Böses in einer so gerechten, fairen, altruistisch gepolten Welt denkt.

Man könnte aber als Quintessenz daraus ebenso sagen: Wenn´s so ist, dann werden wir keinen zusätzlichen Richter mehr brauchen, der sich in unsicht- wie unhörbarer Kurzsichtig- bis Farbenblindheit, dafür umso hochtrabender Video-Assist Referee (VAR) nennt. 

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